Im Netz der Falschmeldungen

Wie es scheint, bombardieren Geheimdienste das Netz derzeit verstärkt mit Falschmeldungen. Der Grund scheint einleuchtend. Die Netzgemeinde soll beschäftigt werden, damit ihr keine Zeit bleibt, die wirklich wichtigen Vorgänge zu recherchieren und zu kommentieren

ZeitungsenteDie Rede ist nicht vom üblichen Propagandamüll der landesüblichen Pressehuren, sondern von Meldungen, denen das konspirative Odeur geheimer Informationen anhaftet. Beispielsweise die enorme Explosion im iranischen Fordo, die hunderte Meter unter dem Felsgestein stattgefunden und die gesamte Atomanlage zerstört haben soll. 190 Mitarbeiter seien noch unter Tage eingeschlossen. Den Sprengstoff, so die offiziellen Verlautbarungen, sollen die Täter häppchenweise in ihren Hosentaschen in die Anlage eingeschmuggelt haben. Dann der große Knall. Im Umkreis von fünf Kilometern sollen die Häuser gebebt haben, Sachschaden sei entstanden, so stark sei die Detonation gewesen. Nach Stunden der Nachforschung stand dann endlich das Ergebnis fest. Die Meldungen zur Explosion in Fordo sind allesamt Müll – und ich hatte einen ganzen Vormittag auf einer falschen Fährte verplempert.

Fündig wurde vor allem apxwn.blogspot.com. Dem Autor fiel zuerst auf, dass eine ganze Reihe israelischer Internetseiten die Meldung kommentarlos gelöscht hatten – ein deutlicher Hinweis darauf, dass deren Betreiber erfahren haben müssen, dass sie einer Ente aufgesessen waren. Zudem steht fest, dass selbst schwerste, bunkerbrechende Waffen die Anlage nicht knacken können. Weshalb wackelt dann der halbe Iran, sobald da unten was hochgeht? Woher wollen all diese Konzernplärrer überhaupt gewusst haben, wie der Sprengstoff ins Innere der Anlage gelangt war? In Hosentaschen? Über Monate hinweg? Mitsamt dem Zünder? Auch im Iran gehören gerade Atomanlagen zu den bestkontrollierten, bestbewachten Anlagen der Welt. Im Kontext der zahlreichen Anschläge durch den Mossad, ermordete Wissenschaftler und zuguterletzt auch noch die Angriffe mit Stuxnet und Flame, steht nicht zu erwarten, dass derartige Schmuggeleien über Monate hinweg unentdeckt hätten bleiben können. Zudem entspräche die Aussage, der Sprengstoff sei über Monate hinweg in kleinen Portionen in den Hosentaschen von ‚Mitarbeitern‘ hinein geschmuggelt worden einer klaren Geheimdienstinformation. Wie sollen diese Schreibtischtäter da heran gekommen sein, noch dazu, da angeblich ja der Mossad dort die Fäden zieht?

Ungereimtheiten über Ungereimtheiten und inzwischen rudern die stolzen Verkünder der Wahrheit wieder vorsichtig zurück. “IAEA hält Berichte über Explosion in Nuklearanlage für falsch,“ titelt heute beispielsweise die Süddeutsche Zeitung. Mit der Headline “Nebel über Fordo“ versucht sich die WELT aus der Affaire zu ziehen. Am geschickstesten stellt sich BLÖD an und erzählt dem erstaunten Leser etwas von einem “Krimi um Explosion in Irans Atomanlage.“ Kurzum, tausende von Bloggern haben tausende von Stunden an Zeit damit vermüllt, einem informellen UFO nachzujagen. Derweil lassen die demokratischen Beglücker der Welt sich unsanft in Mali nieder und bereiten sich bereits im Nachbarstaat Niger auf das fröhliche Meucheln vor. Dass Frankreich die dortige Bevölkerung vor den eigens NATO- finanzierten, islamistischen Bluthunden schützen wolle, hört man kaum noch, die Ausrede ist einfach zu blöde. Hat sogar Hollande gemerkt, wenngleich er eher merkelt.

Nur wenige Tage später der nächste Einschlag. Obama soll einen Giftgaseinsatz in Syrien unter falscher Flagge genehmigt haben. Die britisch- amerikanische Rüstungsfirma BRITAM DEFENCE soll eine Anfrage aus dem Katar erhalten haben. Die hätten gerne Giftgasgranaten, die genauso gebaut sind, wie jene, die Assad gerade vor unseren Mordskumpeln versteckt. Außerdem sollten möglichst Ukrainer die Granaten befödern, sich dabei filmen lassen und zugleich russisch sprechen. David Goulding, der Buisiness Development Manager von BRITAM DEFENCE hält die Idee in einer Geschäftsemail zwar für bescheuert, schwärmt jedoch von den exobitanten Summen, die dafür geboten würden. Ja nee, klar. Ein Hacker (JasIrX) aus Malaysia hat’s gemerkt und seinen Hack ins Netz gestellt. Klasse Infos sind schon dabei. Namen von Mitarbeitern, ein ganzer Eimer voller Dokumente, sogar Passwörter, alles da, bis auf die Pinn der Scheckkarte, mit der Frau Assad shoppen geht.

Und wieder ist es apxwn, der Licht in die Sache bringt. Nachdem er sämtliche Dateien aufmerksam gesichtet hat, fällt ihm auf, dass sämtliche Daten, also Maßnahmen, Dokumente der Methodik zur Durchführung dieser Maßnahmen, Organigramme und Netzwerkpläne allesamt in ein und demselben Ordner abgelegt wurden. Welche Rüstungsfirma wird wohl so blöde sein und all diese streng geheimen Informationen gemeinsam mit den privaten Daten der Mitarbeiter im offenen Netz ablegen? „Warum liegen beide Schemata, also Organigramm und Netzwerkpläne, im gleichen Ordner? Das Hauptquartier teilt den Angestellten in den Filialen mit, welche inneren betrieblichen Strategien es verfolgt?“ Eine mehr als berechtigte Frage. Dann die beiden Emails. Sie liegen dem Sendebericht zufolge 68 Tage auseinander, wurden jedoch auf die Sekunde genau zur gleichen Uhrzeit versendet. Also eine Fälschung. Offenbar, so schließt der Autor seine gekonnte Recherche, wurde der Inhalt eines einzelnen Ordners ‚Irak‘ auf zwei neugeschaffene, weitere Ordner verteilt, nämlich die Ordner ‚!!!Syria‘ und ‚Iran‘. Wieder mal ist ein spannender Vormittag sinnlos verraucht.

Nebenher plant die EU zur ‚Pluralismuskontrolle‘ im Internet sogenannte Medienräte mit Vollstreckungsvollmacht einzusetzen, die jeden Beitrag, der ihnen europafeindlich erscheint, mit Geld- und Gefängnisstrafen ahnden können. Ohne jede ordentliche Gerichtsverhandlung. Ebenfalls angedacht ist eine ‚Grundrechteagentur‘, deren Aufgabe es künftig sein soll, die „Pressefreiheit zu kontrollieren.“ Das ist zwar ein Widerspruch in sich, aber gut. Auf diesem Wege soll die Gegenöffentlichkeit tot gemacht werden, damit die dreisten Lügen der Propagandapresse endlich wieder greifen und nicht ständig durch fleißige Blogger konterkariert werden. Aber richtig, gerade lese/höre/sehe ich, dass ein Meteoriteneinschlag die Anlage von Natanz in einen rauchenden Krater verwandelt hat. Ach ja, und China erprobt das Versenken von Flugzeugträgern in der Wüste Gobi. Na da schaun wir doch gleich mal nach.

Quellennachweis und weiterführende Links:

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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2 Antworten zu Im Netz der Falschmeldungen

  1. Titus schreibt:

    Hey @apxwn,
    da sage ich nur: Danke(!), und weitermachen !! 🙂

  2. apxwn schreibt:

    (Fordo:) Das mit dem Schmuggeln in Hosentaschen war eher ein kleiner Klamauk von mir. Im Original hieß es, der Sprengstoff sei schrittweise innerhalb von Geräten und Armaturen hinuntergeschafft worden. Aber heute kam ja auch das Dementi bei „SPON“.

    PS. Die Links am Ende Deines Textes sind etwas durcheinandergeraten…

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