UK – Krankenhäuser als Sterbefabriken

Seit einigen Jahren bereits üben sich die Briten in sozialverträglichem frühableben. Krankenhäusern, die möglichst viele als unheilbar krank eingeschätzte Patienten möglichst schnell sterben lassen, winken satte Prämien und finanzielle Anreize

Das Unwort des Jahres 1998, bekanntgeworden durch Ärztepräsident Karsten Vilmar, bezieht sich auf die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Todkranken, die beim besten Willen keine Aussicht auf Heilung mehr haben. Ab einem gewissen Punkt wollen Patienten auch nicht mehr und es gibt durchaus Argumente, die dafür sprechen, solche Patienten, auch auf eigenen Wunsch hin, gehen zu lassen. Wie dies jedoch in Großbritanien praktiziert wird, erscheint mehr als fragwürdig. Dort gibt es den Liverpool Care Pathway (LCP) und eine dazugehörige Sterbequote, welche willigen Krankenhäusern Geld in die Kassen spült.

Stecker raus im Krankenhaus

Bis zu zwei Dritteln aller Palliativpatienten solglen die Ärzte unversorgt sterben lassen – und zwar wirklich unversorgt. So wird den Patienten die Flüssigkeitszufuhr abgedreht, so dass sie elend verdursten noch bevor sie verhungert sind, denn auch die Ernährung wird eingestellt. Damit es nicht so schlimm wird, bekommen sie stattdessen ein Schlafmittel verabreicht. Das Prozedere ist darauf ausgelegt, die Patienten in durchschnittlich 29 Stunden endlich tot zu haben. Palliativmedizin kostet viel Geld. Da müssen Überwachungsmonitore überwacht werden, teure Medikamente müssen verabreicht und Symptome mittels aufwendiger Mantelmaßnahmen gelindert werden. Billiger ist es daher, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen und den Patienten sich kostengünstig entlaiben zu lassen. Dafür winkten britischen Kliniken bis zu 30 Millionen Pfund in den letzten drei Jahren, die den Umfang dieser Vorgehensweise in erschreckendem Ausmaß verdeutlichen. Wieviel müssen diese Kliniken wohl an Versorgungsleistungen sparen, um die Krankenkassen zu derart hohen Ausschüttungen zu veranlassen?

Patient tot, es lebe die Kasse

Es wird angenommen, dass der LCP mehr als 100 000 mal jährlich zur Anwendung gelangt. Das entspricht mehr als 11 Patienten stündlich, die am Leben erhalten werden könnten und dennoch sterben müssen, weil sie die Gewinne der Kassen schmälern. Nun hat die britische Gesellschaft für Palliativmedizin eine Untersuchung angekündigt. Beispielsweise über den Fall von Caroline Jones, die nach mehr als 25jähriger Erfahrung als Krankenschwester den Zustand ihrer 85jährigen Mutter Maureen sehr wohl richtig einzuschätzen wusste. Diese war nach einem Schlaganfall ins Addenbrooke Krankenhaus in Cambridge eingeliefert worden und geriet ins Visier der ärztlichen Prämienjäger. Ohne Wissen und Zustimmung der Tochter ließen die Ärzte die Seniorin sterben obwohl die alte Dame durchaus am Leben hätte erhalten werden können.

Wie Professor Patrick Pullicino, Facharzt für Neurologie am East Kent Hospital und Professor für Klinische Neurowissenschaften an der Universität von Kent, bestätigte im Juni dieses Jahres, dass es „sehr wahrscheinlich viele ältere Patienten gibt, die noch leben könnten, jedoch durch den LPC getötet worden sind.“ Angeblich war der LPC in Ende der 90er Jahre entwickelt worden, um schwerstkranken Patienten weitere operative Eingriffe und unbehandelbare Schmerzen zu ersparen. Die Ersparnis, so zeigt sich jedoch heute, bezieht sich wohl ausschließlich auf den Kostendruck britischer Kassen.

Und hier bei uns, im braven Deutschland?

Da gab es einst eine Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die hat 2003 durch einen regelrechten Kunstgriff unsere Kassen reich gemacht. Bis dahin gab es eine Tagespauschale für jeden Patienten, je nach Schwere seiner Erkrankung. Durch die damalige Bundes(tr)ulla wurde diese jedoch umgewandelt in eine sogenannte Fallpauschale. Die Folgen für die Patienten ließen nicht lange auf sich warten. Während in den Kassenkonzernen die Sektkorken knallten, wurden in den Krankenhäusern die Liegezeiten verkürzt, obwohl dies in vielen Fällen aus medizinischer Sicht nicht vertretbar war. Halbkranke Patienten werden seither entlassen, um den von oben gesteckten Kostenrahmen nicht zu verlassen. Unrentable Krankenhäuser werden geschlossen, obwohl gerade diese es sind, die eine bürgernahe Grundversorgung gewährleisten, da sie sich um weniger betuchte Menschen kümmern, von denen zudem viele gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leiden. Also um die ganzen Defizitfälle, wegen der zu geringen Fallpauschalen und der längeren Behandlungsdauer.

En Vogue sind indessen Operationen, die durch eine hohe Fallpauschale bei gleichzeitiger kurzer Verweildauer schnelles Geld in die Kassen der Krankenhäuser spülen. Also Operationen am Kniegelenk, Herzkatheder oder künstliche Hüftgelenke, selbst wenn dies oftmals höchst zweifelhaft indiziert ist. All dies sind deutliche Anzeichen für den Niedergang einer Kultur, die Werte wie Mitgefühl, Menschlichkeit, Anstand und Hilfsbereitschaft einst zu ihren höchsten Gütern zählte, nun jedoch mehr und mehr in die Barbarei abgleitet.

Quellennachweis und weiterführende Links:

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6 Antworten zu UK – Krankenhäuser als Sterbefabriken

  1. JR schreibt:

    Gesund ernähren und gesund leben. „When you go to the doctor, trouble will start“ Die meisten Krankheiten werden nur dadurch schlimmer, weil man sich im Kopf das so vorstellt.

  2. Hugo89 schreibt:

    Es gibt Sterbefabriken und es gibt Bundeswehrkrankenhäuser für die Bonzen, die fast alle alt werden wie Methusalem und uns fast täglich im Staatsfernsehen mit ihren ‚Altersweisheiten‘ beglücken.

  3. CD schreibt:

    Diejenigen die heimgegeangen sind haben es hinter sich, nur die, die noch leben sind zu bedauern. Es dreht sich alles nur noch um den schnöden Mammon, aber im Jenseits gilt eine andere Währung, die man sich nur durch Nächstenliebe und Güte anderen gegenüber auf der Erde als Sparkonto anlegen kann und das sollte jedem bewusst sein.

  4. klausbaum schreibt:

    Reblogged this on Notizen aus der Unterwelt und kommentierte:
    Zu meinen Hinweisen auf die KKH-Allianz passt folgender Artikel über das Gesundheits-Sterbe-Wesen in England.

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