Wir tollen Europäer

Der Europäische Kulturgedanke, es gab ihn nie. Stattdessen 700 Jahre Plünderung, Unterwerfung und Mord, um unseren kulturellen Leitanspruch auf Kosten der Völker der südlichen Erdhalbkugel zu untermauern. Das rächt sich nun.

Was wäre, wenn Europa als Kontinent nördlich von Afrika von asiatischen Forschern ‚entdeckt‘ worden wäre? (Prof. Aram Ziai, Uni Hamburg)

Bildtitel: Der Gruß der primitiven Völker - Wikimedia Commons

Bildtitel: Der Gruß der primitiven Völker – Wikimedia Commons

Wir schreiben das Jahr 1492, als Kolumbus Amerika entdeckt. Vorher gab es diesen Kontinent nicht. Zu existieren begann er erst, nachdem ein Europäer seinen geweihten Fuß darauf gesetzt hatte. Dass dort schon seit dem Ende der letzten großen Eiszeit Siedler lebten, zählte nicht. Für die menschliche Zivilisation war Amerika erst gewonnen, nachdem feststand, dass es Europäer sein würden, die das Land beherrschen. Diese längst vergangene Episode beschreibt eindringlich den Zustand unserer Welt bis hin zum heutigen Tag.

Im Portugal des 15. Jahrhunderts wurde damals ein neuer Schiffstyp entwickelt. Portugal, welches bereits 1418 zu den Seemächten aufstieg, brauchte ein Schiff, welches schnell, wenig bauchig und zugleich hochseetauglich war, um Expeditionen durchführen zu können. Damals übliche Handelsschiffen wie die Kogge waren für solch lange Strecken nicht ausgelegt. So entstand ein neuer, hochseetauglicher Bootstyp mit schmalem Bauch, niedriger Wasserverdrängung und bis zu vier Masten, die es ihm ermöglichten, schnell am Wind zu segeln. Die Karavelle war geboren, die ganze Weltmeere durchqueren konnte und mit ihr zugleich globaler Kolonialismus, Sklavenhandel und grenzenloser Reichtum für jene, die bereit waren, am Elend und Leid anderer Menschen mitzuverdienen. Es begann die Zeit weltweiter, Europäischer Vorherrschaft.

Die Herabwürdigung menschlichen Seins

Um in der eigenen Bevölkerung Akzeptanz zu schaffen für die Verbrechen, die im Zuge von Rohstoffplünderung und Sklaverei anderen Völkern zugemutet wurden, mussten die Bewohner dieser Landstriche aus dem Kreise der menschlichen Gesellschaft ausgegrenzt werden. Es begann die große Verachtung anderer Kulturkreise. Sie wurden diffamiert als zurückgeblieben, unterentwickelt, unzivilisiert und primitiv. Begleitet wurde dies zugleich von der Vorstellung, man selbst, also Europa, bilde die Spitze der Entwicklung der Menschheit und sei somit dazu bestimmt, die gesamte, nichteuropäische Welt zu beherrschen, um diese auf Europäisches Entwicklungsniveau zu heben.

Dieses Verhalten ist nicht neu unter den Menschen. Wir neigen grundsätzlich dazu, diejenige Gruppe, zu der wir uns zählen, für die wichtigste zu halten. Damit einher geht zugleich die Annahme, die eigene Gruppe sei anderen Gruppen überlegen. Die Sicht auf die Welt erfolgt daher zwangsläufig aus Sicht der eigenen Gruppe. Man nennt dieses Phänomen Ethnozentrismus und könnte es auch als den kleinen Bruder des Eurozentrismus‘ begreifen. Denn während der Ethnozentrismus sich damit begnügt, sich selbst zu bewundern, geht der Eurozentrismus einen Schritt weiter und glaubt, die ganze Welt erobern zu müssen, um das eigene Kulturmodel anderen Nationen überzustülpen. Nur zu deren Vorteil, versteht sich.

Ergänzt wurde diese Überlegenheitsannahme durch den Glauben an die Überlegenheit der eigenen Technik. Immer bessere Waffen, immer bessere Schiffe, Uhren, Kompasse, Sextanten und vieles mehr sorgten dafür, dass Herrenmensch und Herrschaftstechnologie eine Symbiose eingingen, um ihre Herrschaft über die Welt zu festigen. Eine Symbiose, die bis heute anhält. Europäisch stand für Bildung, für Kultur, für Entwicklung und Fortschritt. Dieses Paradigma kultureller, zivilisatorischer Überlegenheit verfestigte sich im Laufe der Jahrhundert zusehends und eine neue Spielart der Selbstüberhöhung erblickte das Licht der Welt. Der Glaube daran, dass die eigene, anderen überlegene Vollkommenheit sich auch im biologischen Aspekt unseres Seins niederschlagen müsse. Am Übergang vom 16. ins 17. Jahrhundert brachte William Shakespeare jene berühmte Zeilen zu Papier: „Welch ein Meisterwerk ist der Mensch! Wie edel durch Vernunft. Wie unbegrenzt an Fähigkeiten. In Gestalt und Bewegung wie bedeutend und wunderwürdig. Im Handeln wie ähnlich einem Engel. Im Begreifen wie ähnlich einem Gott. Die Zierde der Welt. Das Vorbild der Lebendigen.“

Dass dieses Bildnis auch Pygmäen einschließt, ist eher unwahrscheinlich. Vielmehr entstand im 19. Jahrhundert unter Charles Darwin das theoretische Konzept des Sozialdarwinismus‘. Dieses stuft Menschen auch biologisch als weiter oder weniger weit entwickelt ein. Dass man dabei im weißen Europäer den Apex der biologischen Entwicklungspyramide sah, verstand sich von selbst. Ebenso selbstverständlich entwickelten sich aus dieser Geisteshaltung heraus die Anfänge des Rassismus‘.

Auch wenn Sklaverei und Ausbeutung heute eher im Verborgenen stattfinden, schimmert die Wahrheit doch immer wieder zwischen den Zeilen unseres heutigen, gesellschaftlichen Diskurses durch. Nach wie vor ist die Rede von Entwicklungsländern, primitiven Gesellschaften (Stammesgesellschaften), unterentwickelten Ländern, Schwellenländern, Entwicklungshilfe oder dritte Welt Ländern, in denen man selbst zu heutiger Zeit noch wie im Mittelalter lebe. Warum sollte sich die Welt ausgerechnet in Europa in Orient und Okzident trennen? Die Erde ist eine Kugel und sieht für einen Inder völlig anders aus, als für einen Europäer. Warum ist der Referenzpunkt für die Zeitzonen der Welt in London verortet und nicht in Hongkong? Bezeichnungen wie Naher, Mittlerer und ferner Osten wurden von Mitteleuropa aus gesehen gewählt. Auf jeder Weltkarte befindet sich Europa im Zentrum der Karte. Schulbücher in aller Welt verbreiten die Vorstellungen des Europäischen Kulturgedankens. Wir und unsere Europäische ‚Leitkultur‘, so glauben wir seit Jahrhunderten, seien der Maßstab für die Entwicklung der Menschheit.

Jesus der Eroberer

Der Gedanke an die Überlegenheit der eigenen ‚Rasse‘ machte auch vor den Toren der Kirche nicht halt. Wenn bei uns alles so überlegen war, so musste dies auch für unsere Religion gelten. Die Kirche sah darin eine willkommene Gelegenheit, ihren Einflussbereich zu vergrößern. Zuerst kamen die Soldaten, dann die Missionare. Diese verboten den ‚unterentwickelten‘ Menschen ihre eigene Kultur. Deren Nackheit, Sexualität und Religion waren per se Ausdruck des Bösen. Man beraubte diese Menschen nicht nur ihrer kulturellen Identität, sondern flöste ihnen abstrakte Angst vor dem Bösen ein, um sie in die gewünschten Bahnen lenken zu können. Deren Glaube wurde kurzerhand zum Aberglauben erklärt. Woraus letztlich folgt, dass Glaube und Aberglaube ein und dasselbe sind. Doch diese Scheintrennung wirkt bis heute nach.

Eurozentrismus in heutiger Zeit

Die Zeiten haben sich geändert seit Kolumbus und Marco Polo. Heute nimmt die Welt eher Anstoß daran, wenn Europäer sich zum Nabel der Welt erklären und verächtlich auf andere Nationen herabschauen. Daher verbirgt sich die hässliche Fratze des Eurozentrismus‘ heute hinter der glatten Maske der Demokratie. Heute bringen wir anderen Völkern nicht länger unsere überlegene Leitkultur, wir bringen ihnen Demokratie. Da das eurozentristische Gedankengut wie ein Psychovirus auch Nordamerika und Australien kontaminiert hatte, kann man dort die gleichen Entwicklungen entdecken. Zuerst wurde die Urbevölkerung unterworfen und weitflächig vernichtet. Dann wurde unser Herrschaftssystem diesen Staaten übergestülpt, damit sie, nun endlich demokratisiert, zu unserer europäischen Kulturstufe aufschließen konnten. Auch Australien begann, gleich Amerika, erst zu existieren, als Europäer es entdeckten. Die erste bekundete Sichtung dieses Kontenents erfolgte 1606 durch den Holländer Willem Jansz. Was dann mit den dortigen Ureinwohnern geschah, ist bekannt und überliefert. Wenn die Amerikaner in 239 Jahren 222 Kriege angezettelt haben, dann waren das in Wirklichkeit Europäer, die nach Amerika ausgewandert waren und ihre eigene, eurozentristische Indoktrination dorthin mitgenommen hatten.

Demokratie brachten wir in den vergangenen Jahrzehnten auch in den Kosovo, den Irak, Afghanistan, nach Somalia und Pakistan, mit dem Arabischen Frühling nach Tunesien, Ägypten und Libyen sowie nach Syrien und in die Ukraine. Demokratie ist der Exportschlager schlechthin, so gut, dass auch ‚Uschi, der Russenschreck‘ der Versuchung erlag und den Deutschen Verteidigungshaushalt aufstocken ließ. Bereits 2014 hatte Pfarrer Gauck die Münchner Sicherheitskonferenz mit den Worten eröffnet, Deutschland müsse künftig wieder mehr ‚Verantwortung‘ in der Welt übernehmen. Wenn Obama, erzitternd vor seiner eigenen Erhabenheit, verkündet, man müsse die Welt demokratisieren, dann heißt dies letztlich, dass jene Eliten, die ihn steuern und kontrollieren, den mittelalterlichen Gedanken des eigenen kulturellen Leitbildes nach wie vor in sich lebendig tragen und dazu missbrauchen, ihre eigenen geopolitischen Interessen zu realisieren.

Europa auf dem Prüfstand der Weltgeschichte

Die Welt soll sich entwickeln, solange wir sie kontrollieren und beherrschen. Nachdem wir in diesem Sinne die gesamte Menschheit mit unserer edlen, erhabenen, überlegenen und vor allem demokratischen, Europäischen Leitkultur beglückt haben, stellt diese sich die Frage, ob sie das will. Entwickeln will sie sich, jedoch nicht unter unserer Kontrolle. Daher stehen jetzt erstmals in der Menschheitsgeschichte die realen Vor- und Nachteile unserer Europäischen Kultur im Vergleich zu anderen Kulturen zur Debatte. China entwickelt sich unkontrolliert, Russland entwickelt sich unkontrolliert und Lateinamerika entwickelt sich, weitgehend unkontrolliert. Unser zentrales, Europäisches Kulturmodel droht zum Auslaufmodell zu werden. Das ist der eigentliche Grund hinter den geradezu hysterischen Anfeindungen gegenüber Russland und China. Unsere Eliten haben berechtigte Angst davor, ihren Platz in der Geschichte zu verlieren. Genauer gesagt haben sie ihn bereits verloren und müssen sich nun noch schmerzhaft an die neue Realität gewöhnen.

Denkende Panzer

Wer wie ein Panzer denkt, kann nicht allzu flexibel sein. An Niedertracht nicht zu übertreffen sind die Spezialisten in Amerikanischen und Europäischen Think Tanks dennoch gegenüber dem Intellekt der Russischen und Chinesischen Führung ins Hintertreffen geraten, weil sie außerstande sind, ihr eigenes Denken zu reflektieren. Es sind Akademiker, in der Regel Juristen, Manager und Softwareentwickler, die nur in mathematischen Kategorien zu denken vermögen. Sie verfügen selbst nur über rudimentäre humanistische Bildung und können sich daher nicht erklären, warum das strahlende Bild des Westens in der Welt immer mehr verblasst und einer neuen, noch nicht erkennbaren Kontur weicht. Wie ein empfehlenswerter Dreiteiler von Dr. Hauke Ritz auf Rtdeutsch nahelegt, waren die Superhirne in den Think Tanks offenbar derart von ihrer eigenen Wichtigkeit besoffen, dass sie sie sogar der naiven Überzeugung erlagen, sie könnte über Jahrtausende gewachsene Kulturen von unserem überlegenen westlichen Wertebild überzeugen. Ein Zwölfjähriger glaubt einen Erwachsenen erziehen zu müssen.

Mag sein, dass sie ein bisschen zuviel Wind gemacht haben, um den Job zu bekommen. Mag auch sein, dass sie dabei zuviel versprochen haben, um ihre Karriere zu befördern. Einleuchtend auch, dass sie den Informationsfluss nach oben gedrosselt haben, als sich abzuzeichnen begann, dass ihr Plan so nicht aufgehen würde. Lautet doch eine goldene Regel: „Gehe nicht zum Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst.“ Fest steht jedoch auch, dass deren Planungen feststecken, nicht zuletzt, weil der gute Ruf Amerikas dauerhaft in Fetzen hängt, während der weltweite Widerstand gegen deren Plan, einen US- Planeten zu erschaffen, beharrlich wächst. Auch und vor allem in den USA selbst.

Quellen:

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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14 Antworten zu Wir tollen Europäer

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  2. mont schreibt:

    der artikel passt, auch der grosse malcolm x spricht 1964 von der sog. überlegenheit der weissen, aus: Message to grassroots

    „So sind wir alle schwarze Menschen, sogenannte Neger, Bürger zweiter Klasse, Ex-Sklaven. Ihr seid nichts anderes als ein Ex-Sklave. Du magst es nicht, wenn man dir das sagt. Aber was sonst seid ihr? Ihr seid Ex-Sklaven. Ihr kamt hierher nicht auf der „Mayflower“. Ihr kamt hierher auf einem Sklavenschiff, in Ketten, wie ein Pferd, oder eine Kuh, oder ein Huhn. Und ihr wurdet hierhergebracht von den Menschen, die auf der „Mayflower“ hierher kamen. Ihr wurdet hierhergebracht von den sogenannten Pilgrims, oder Gründungsvätern. Sie waren diejenigen, die euch hierher brachten.

    Wir haben einen gemeinsamen Feind. Das haben wir gemeinsam. Wir haben einen gemeinsamen Unterdrücker, einen gemeinsamen Ausbeuter und einen gemeinsamen Diskriminierenden. Aber sobald wir alle verstehen, daß wir diesen gemeinsamen Feind haben, dann vereinigen wir uns auf der Basis von dem, was wir gemeinsam haben. Und was wir am meisten gemeinsam haben, ist dieser Feind, der Weiße. Er ist ein Feind von allen von uns. Ich weiß, einige von euch denken, daß einige von ihnen keine Feinde sind. Die Zukunft wird es zeigen.

    In Bandung, 1954 glaube ich, fand das erste Vereinigungs-Treffen von schwarzen Menschen seit Jahrhunderten statt. Und wenn ihr euch einmal damit befaßt, was auf der Bandung-Konferenz geschah, und auch mit den Ergebnissen der Bandung-Konferenz, so dient sie tatsächlich als ein Modell für die gleiche Vorgehensweise, die ihr und ich verwenden können, um unsere Probleme lösen zu können. In Bandung kamen alle Nationen zusammen. Es waren dunkle Nationen aus Afrika und Asien. Einige von ihnen waren Buddhisten. Einige von ihnen waren Moslem. Einige von ihnen waren Christen. Einige von ihnen waren Konfuzisten, einige waren Atheisten. Trotz ihrer religiösen Unterschiede kamen sie zusammen. Einige waren Kommunisten, einige waren Sozialisten, einige waren Kapitalisten. Trotz ihrer wirtschaftlichen und politischen Unterschiede kamen sie zusammen. Alle von ihnen waren schwarz, braun, rot oder gelb.

    Das Nummer-1-Ding, dem nicht erlaubt wurde, an der Bandung-Konferenz teilzunehmen, war der Weiße. Er durfte nicht kommen. Erst als sie den Weißen ausgeschlossen hatten, bemerkten sie, daß sie sich treffen könnten. Erst als sie ihn heraushielten, schloß sich jeder an und paßte sich an. Das ist es, was ihr und ich verstehen müssen. Und diese Menschen, die zusammenkamen, hatten keine Atomwaffen, hatten keine Düsenflugzeuge, hatten nicht all die schwere Bewaffnung, die der Weiße hat. Aber sie hatten Einigkeit.

    Sie waren in der Lage ihre kleinen unbedeutenden Differenzen zu vernachlässigen und sich in einer Sache einig zu sein: Daß ein Afrikaner aus Kenia kam und kolonisiert wurde durch den Engländer und ein anderer Afrikaner aus dem Kongo kam und kolonisiert wurde durch den Belgier und ein anderer Afrikaner aus Guinea kam und kolonisiert wurde durch den Franzosen und ein anderer aus Angola kam und kolonisiert wurde durch den Portugiesen. Als sie zur Bandung-Konferenz kamen, schauten sie auf den Portugiesen, und auf den Franzosen, und auf den Engländer, und den anderen, den Holländer, und lernten oder realisierten, daß das eine Ding, daß sie alle gemeinsam hatten, war: Sie waren alle von Europa, sie waren alle Europäer, blond, blauäugig und weißhäutig. Sie begannen zu erkennen, wer ihr Feind war. Derselbe Mensch, der unser Volk in Kenia kolonisierte, kolonisierte unser Volk im Kongo. Derselbe im Kongo, kolonisierte unser Volk in Südafrika, und in Süd-Rhodesien, und in Burma, und in Indien, und in Afghanistan, und in Pakistan. Sie bemerkten, überall in der Welt, wo der dunkle Mensch unterdrückt wurde, wurde er unterdrückt durch den Weißen, wo der dunkle Mensch ausgebeutet wurde, wurde er ausgebeutet durch den Weißen. Sie kamen zusammen unter dieser Basis, daß sie einen gemeinsamen Feind hatten.“

    • Lorand Tasnadi schreibt:

      es kamen die Kapitalisten aus Europa und zogen Grenzen, wo keine waren, die haben sogar Völker getrennt durch Grenzen … Staaten entstanden … und sie machten die Leute dort tw. zu Feinden …

      Als Beispiel: ich glaube nicht, das Computer benutzer per se feindselig sind und aufgrund der verwendeten Programme bzw. Betriebssysteme Kriege führen … trotzdem gibts das Apple vs. Windows/Linux Gehacke und Glaubenskrieg, was ist besser: „Apple ist besser, kauf dir ein Apple…“ etc. oder „Apple ist ein überteuerter Sch…“ von der anderen Seite …

      ich denke eher, dass Leute gegeneinander Aufgebracht werden, die aber miteinandern normal keine Probleme hätten. Kapitalisten teilen sich die Leut unter sich auf und führen Kriege um ihr Kapital zu erhöhen bzw. zu verteidigen … und das ist auch sehr einfach leider … der eine verwaltet halt die eine Gruppe, der andere die andere Gruppe … wenn man dann angegriffen wird aufgrund der Gruppenzugehörigkeit, dann hat man wenig Wahl mehr, von der Gruppendynamik und Gruppenzwang gar nicht zu sprechen …

      Afrikaner und Europäer sind potenziell freunde, davon bin ich überzeugt (und auch andere Menschen), sie werden nur gegeneinander aufgebracht, ausgespielt (Lohndumping) aus kapitalstrategischen Interessen … aus der Angst und Not der Menschen kann man leider sehr einfach Kapital schlagen …

      noch ein Beispiel: Man kann wunderbar Mediengeschäft betreiben, indem man gezielt in die „Wunden der Menschen“ sticht. Angst vor Zuwanderung z. B., die eher in Angst vor Sozialdumping und vor Krieg (Mobbing, Feindselligkeiten, Konkurenzdruck…) begründet sind, und weniger durch die tatsächlich zugewanderten Menschen, da macht man dann eine Infokrieg mit Pro-Zuwanderung PR … die Leut haben angst und müssen sich damit befassen und schon blüht das Mediengeschäft …

  3. Pingback: Wir tollen Europäer | Hallo, hallooooooo, guten Morgen, wach auf!

  4. thedogmartin schreibt:

    Hat dies auf thedogmartin rebloggt und kommentierte:
    Ach wir sind hier …
    Ach hier sind wir …

    Klar sind wir hier Europäer und sicher halten wir uns hier (fast) alle für etwas Besseres; und durch unseren Anteil am Überfluss sowie durch unsere Gleichgültigkeit gegen weniger begünstigte Erdlinge und unseren despektierlichen mgang mit Natur, Ressourcen und Umwelt machen wir uns auch mitschuldig. Aber so machen tun’s die Wenigsten – die meisten enfachen Leute machen es nur mit, allerdings nicht zuletzt, weil sie im Hinterstübchen wissen, dass sie sich in einer gerechten Welt von Ihren Privilegien verabschieden müssten, nicht ahnend wie viel wertvoller die Privilegien der Gerechtigkeit wären …

  5. Birgit schreibt:

    Um welche Kultur geht es denn eigentlich? Die, von der geredet wird oder die, die in Wirklichkeit gelebt/erlitten wird? Ist das Ganze nicht eine Geschichte der Herr-schafft (die Schreibweise gefällt mir, kommt doch dadurch der Hintergrund mehr heraus).
    Spätestens als das Christentum im 3. Jahrhundert zur Staatsreligion wurde, ging die Gehirnwäsche richtig los – übrigens geschah die Fertigstellung der Bibel erst danach (ein Schelm, der Böses dabei denkt…) und es wurde gnadenlos durchgezogen. Dabei ging es nicht um Wahrheit oder menschlichen Fortschritt, sondern um Geld und Macht! Sozialer Fortschritt ist von unseren Vorfahren unter Lebensgefahr hart erkämpft worden und bis heute werden „Störenfriede“ lächerlich gemacht (z.B. Verschwörungstheorie) gemieden (kaum Öffentlichkeit, schlechte Berufschancen) und verfolgt (z.B. Whistleblower).
    Trotzdem trage auch ich Verantwortung für das, was passiert – wenn auch längst nicht soviel wie Menschen in Machtpositionen. (Dafür sind wir viele😉 )
    Als Orientierungspunkt nehme ich die Menschenrechte – niemand hat das Recht, über jemand anderen zu herrschen und jeder hat das natürliche Recht auf seine Lebensgrundlage.
    Dazu gebe ich auch den Tieren ihre Rechte, denn auch sie haben ihr Recht auf ein möglichst gutes Leben (ich weiß auch, dass in der Tierwelt nicht alles „rosig“ ist, aber gibt uns das das Recht z.B. auf Massentierhaltung und Fleisch“Produktion“, oder die willkürliche Einteilung von „Nutz“- und „Haus“-Tieren und das Schlachten von Tieren, die uns vertrauen? Tiere zu versklaven? Oder eine Gegend als „unbewohnt“ zu empfinden, sogar wenn da kein Mensch wohnt?
    Wieso sind die Reichtümer so ungerecht verteilt und wieso steht Geld über der Natur?

    Dank dem Internet gibt es viele Möglichkeiten, sich zu informieren und ich für meinen Teil versuche, mich immer weiter zu entwickeln und einen klareren Blick auf das Geschehen zu bekommen. Ich finde ich es wichtig, der Wahrheit möglichst „auf den Grund“ zu gehen, dabei aber,nicht in dem ganzen „Schmutz“ zu verharren, so schlimm alles auch ist, sondern etwas Positives zu entwickeln – und wenn es erst mal „nur“ in Gedanken ist, denn auch sie haben Kraft!

    Wir sollten gemeinsam für den WIRKLICHEN Fortschritt arbeiten!

    • thedogmartin schreibt:

      Interessante Ergänzung zu einem ebenfalls sehr guten Beitrag über miese, überlebte Zusammenhänge, die nicht so leicht zu kippen sind …

    • Lorand Tasnadi schreibt:

      danke birgit, so sehe ich das auch

      allein der Titel „Wir tollen Europäer“ ist so provokant, dass er die Frage aufwirft, ob die Intention des Urhebers tatsächlich konstruktive Kritik darstellt …

      vielmehr erweckt es bei mir auch bei diesem Artikel den Eindruck, dass es ums Kapital geht und alles was dabei rauskommt Hass, Krieg und Gewalt sein wird. also nur ein Beispiel für einen „Menschen in Machtposition“ wie du es beschreibst, und zu befürchten sei, dass auch da, für einen wirklichen sozial-konstruktiven Fortschritt kaum was geleistet wird

  6. Sonderbar schreibt:

    Wer ist „Wir“? Wer ist in der Überschrift mit „Wir“ gemeint? Ich bin Europäer und ich oder alle meine Vorfahren( von 1600 – heute) haben mit den im Artikel angeführten Vorwürfen Nichts zu tun. Persönlich habe ich in meinem Leben auf und in Europa(vorwiegend Deutschland) nicht einen Menschen kennen gelernt auf dem der Beitrag würde passen können. Also, wer ist hier mit „Wir“ gemeint? Schließlich waren zu jener Zeit ja auch die meisten Europäer in ähnlicher Weise unterworfen, unterdrückt und ausgeplündert worden(…und eigentlich immer noch werden…) – oder? „smile“-Emoticon

    • denkbonus schreibt:

      Sie haben eine Schulausbildung genossen, sind durch Sozialsysteme abgesichert, Sie gehen in großzügigen Prachtstraßen einkaufen, besichtigen Versaille oder Schloss Schwanstein, haben stets fließend kalt und warm Wasser und fragen sich, was Sie mit Europa zu tun haben. Okay.

      • Reinhard lenfant schreibt:

        ich nehme an, das gilt auch für sie – mal kurz in london , das zufällig auf einem kontinent liegt der europa heißt – bei harrods shoppen gehen ?!

      • denkbonus schreibt:

        Nein, in Großbritannien war ich noch nie zuvor. Aber ich genieße unverdient, genauso wie alle anderen Europäer, gewisse Privilegien. Sei es fließend Wasser (Andernorts müssen Wasserlasten über Kilometer hinweg geschleppt werden), kostenlose Schulbildung, ärztliche Versorgung etc.. Diese tolle Infrastruktur konnten sich die Europäischen Staaten nur dank der Geldzuflüsse aus den Kolonien leisten, aber sie kommt freilich allen zugute, die hier wohnen.

        Schuldzuweisungen waren nicht das Ziel meines Beitrages. Jedoch möchte ich ein Bewusstsein dafür schaffen, dass er auch auf die beiden Erdhemisphären zutrifft, jener Reim von Berthold Brecht, der da lautet: „Armer Mann und reicher Mann, stehen da und sehn sich an. Und es sagt der Arme bleich: ‚Wär ich nicht arm, wärst Du nicht reich‘.“

      • Lorand Tasnadi schreibt:

        sich durch einen Kollektivschuld der Europäer in Geiselhaft nehmen zu lassen finde ich wenig sinnvoll, vielmehr würde ich die kapitalistischen Verbrecher unter uns Europäer anprangern, die so furchtbare Verbrechen anstellen und angestellt haben

        wenn alle Europäer in Kollektivschuld genommen werden, dann lähmt das den Kampf gegen die Verbrecher in den eigenen Reihen also in Europa/dem Westen, also unter uns und es fördert den Konflikt zwischen den Kulturen/Völker etc… wenn es heißt die Europäer waren es …

        sinnvoller ist es zu versuchen, die Kapitalisten für ihre Verbrechen verantwortlich zu machen … hier und überall woanders auch in der Welt … und keine Keile zwischen den Völkern begünstigen. Die Völker gegeneinander aufzubringen ist genau das, was Kapitalisten möchten um ihre Machtansprüche zu festigen … Denkanstöße: Inländer gegen Ausländer, Arbeiter gegen Zuwanderung (Lohndumping) oder Frauen gegen Männer (Zerstörung von familiären Strukturen) …

        Ein Beispiel: Die Bedrohung von Westeuropa (vw. Frankreich) durch den Islam im Frühmittelalter über Spanien, kann als Ursache für die Erstarkung der Kirche und die damit eingehenden Machtstrukturen und Grausamkeiten herangezogen werden. Diese kapitalistische West-Ost-Gefälle kann heute noch gesehen werden; auch die ganzen Verbrechen, die in deinem Text erwähnt werden ist wohl aucheher dem westen Europas zuzuschreiben … auch hier bringt es aber nichts, Westeuropa alles Schuld zuzuweisen, auch bringt es nichts den Islam in den Kollektivschuld zu nehmen für etwaige europ. Entwicklungen …

        Vielmehr wäre es hilfreich die Kapitalisten anzuprangern, die Kriege aus Machtgier führten, die eine entsprechende Gesinnung hegen, andere schlecht zu machen um eigene Herrschaftsansprüche zu legitimieren, das sind die Verbrechen, die angeprangert werden sollten, und das vornehmlich als Verhalten im Allgemeinen und weniger als persönlicher Angriff auf tatsächliche Menschen

        kapitalistisches Verhalten als allgemeines Problem für Krieg, Not und Elend erkennen, auch im Bezug auf tagespolitische Themen wie Lohndumping, Sozialabbau, Armut, Wohnungsnot etc.

        Leute, lasst euch nicht gegeneinander aufbringen, sondern Kulturen dieser Welt, kämpft gemeinsam für mehr Demokratie und Menschenrechte!

  7. Andy schreibt:

    Hat dies auf Andreas Große rebloggt.

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