Die Welt, die es niemals gab

Wenn man von Kindesbeinen an nichts anderes als Lügen erzählt bekommt, ob wissentlich oder unwissentlich, beginnt die Wirklichkeit zu entschwinden und einer Lügenmatrix zu weichen, in der wir hilflos und manipulierbar sind

Die fast unlösbare Aufgabe besteht darin, sich weder von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht dumm machen zu lassen

Th. W. Adorno

LuegeKommentar – Die mächtigste Waffe dieses Planeten ist nicht die Atombombe. Und es ist auch nicht das Militär, welches Macht erschafft, noch das Geld. Es ist die Kunst der Lüge. Und diese wurde von unseren Eliten bis zu einem Grade hin perfektioniert, dass sie uns in eine Wirklichkeit hineinwachsen lässt, die es niemals gegeben hat. Seit es Herrscher gibt, halten sich diese mit dem Werkzeug der Irreführung, der Täuschung, der Manipulation an ihrer Macht. Sei es die Priesterschaft, die seit Jahrtausenden Menschen durch irrationale Heilsversprechen im Jenseits dazu bringt, ihnen Tempel zu bauen, Opfergaben darzubringen und deren Wohlstand zu finanzieren. Sei es durch Politk und Wirtschaft, die unsere Gesellschaft in eine solch unglaublich dichte Lügenmatrix eingesponnen haben, dass nur die wenigsten sich daraus befreien können.

Wir wissen nicht wirklich, was wahr ist, und was unwahr. Bis in die feinsten Verästelungen unseres Daseins hinein werden wir belogen. Nicht selten von seriöser Stelle aus, die sich ihrerseits nicht vorzustellen vermag, dass auch sie auf eine Täuschung hereingefallen ist. „Die Renten sind sicher.“ „Die Arbeitslosigkeit stagniert.“ „Füg Dich in Dein Schicksal, dass Dich zum Sklaven der Herrschafft macht, denn es kommt von Gott.“ Washington ist lieb, Moskau ist böse.“ „Wir wollen doch gar nicht an das russische Gas, wir doch nicht.“ „Die da oben werden schon wissen, was zu tun ist.“ Kennt sonst noch jemand eine?

Nun könnte man anführen, dass es allemal humaner ist, einen Krieg durch Täuschung zu gewinnen, als durch rohe Waffengewalt. Noch humaner wäre es jedoch, diesen Krieg gar nicht erst zu beginnen. Wir befinden uns, seit es Grundstücke und Münzen gibt, beständig im Kampf um diese. Wenn auch unter Verzicht auf militärische Mittel, ist dies nichts anderes als Krieg. Daher ist die Täuschung zu einem solch zentralen Bestandteil unseres Daseins geworden, dass wir diese als selbstverständlich akzeptieren. Und diese Täuschung wird uns über den Kopf gezogen von unseren Medien. Schon seit es diese gibt, üben sie sich im Auftrag der Obrigkeit darin, uns zu belügen ‚wie gedruckt‘.

Um eine Herde Huftiere irgendwo in der Serengeti einzufangen, genügt es, ein paar Tücher an den richtigen Stellen aufzuhängen. Das Tier sieht die Oberfläche und denkt folgerichtig: „Da geht’s nicht weiter.“ Es bleibt stehen und lässt sich einfangen. Die Tücher sind eine Lüge, eine Täuschung, ein List. Das blöde Vieh glaubt es, so, wie auch wir. Dort hingelangt sind die Tücher mit Hilfe unserer Medien, die sie dort höchstpersönlich aufgehängt haben.

John Swinton, ehemaliger Chefredakteur der New York Times, verabschiedete sich 1880 mit folgender Rede in den Ruhestand:

  • „So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, schlankweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

So funktioniert diese Welt, solange wir dies nicht ändern.

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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2 Antworten zu Die Welt, die es niemals gab

  1. Beate Führer schreibt:

    Ja, diese Welt ist ein Irrenhaus. Die Frage ist; wer ist hier wirklich verrückt?

    „Zivilisierte Menschen lehnen es ab, sich ihrer Umgebung anzupassen. Sie passen die Umgebung ihren Vorstellungen an. Sie bauen Städte, Straßen, Autos, Maschinen, Starkstromleitungen und Maschinen um sich Arbeit zu sparen – und verpassten den richtigen Zeitpunkt aufzuhören. Anstatt sich das Leben leichter zu machen, wurde es immer komplizierter.

    Ihre Kinder lernen auf den Schulen zehn, fünfzehn Jahre lang, wie sie in diesem automatisierten Chaos, in das sie hineingeboren wurden, überleben können. Und die zivilisierten Menschen, die sich geweigert hatten sich ihrer natürlichen Umgebung anzupassen, mussten sich nun ihrer künstlichen Umgebung anpassen – jeden Tag – jede Stunde …“
    ZITAT aus dem Anfang des Filmes: „Die Götter müssen verrückt sein!“

    Steve Jobs sagte einmal:
    „Du kannst sie zitieren, du kannst ihnen widersprechen, du kannst sie verherrlichen oder verteufeln, nur eines kannst du nicht tun: Sie ignorieren – denn sie verändern Dinge.
    Sie bringen die menschliche Rasse nach vorne. Diejenigen, die verrückt genug sind zu denken, sie könnten die Welt verändern, tun es auch.“

    Damit ist aber nicht gesagt, ob es gut oder schlecht – also überhaupt und offensichtlich – sinnvoll für die Allgemeinheit – noch die Menschheit ist! Man könnte meinen die Menschen leiden nicht an dieser oder jenen Verrücktheit;
    die meisten scheinen es auch noch voll zu genießen … oder sie sind wirklich pervers, also krank.
    Wir leben zwischen Verrücktheiten; auch Exzentrik ist eine Verrücktheit, die der Normalen – und dem Chaos und dem Wahnsinn.

    Wer ist den hier eigentlich noch „Normal“ – und wer nicht? Ja, das ist eine gute Frage! Und wenn nicht, machen, manipulieren oder erziehen sie Dich – regelrecht zum …
    mann glaubt ja schon selbst, man sei verrückt in dieser Welt. Man kann es gar nicht fassen, was da alles passiert … das ist ja, zum verrückt werden!

    Herzensgruss,

    … und Danke für diesen – für alle – gelungenen Artikel!
    Sie beruhigen wenigstens etwas meinen aufgebrachten Geist;
    und man kann zum Schluss sagen, die spinnen ( … die Römer!) – solange gibt es schon Verrückte und Wahnsinnige in dieser Weltgeschichte! Das „Verrückt – Sein“ – ist anscheinend allzu menschlich!😉

    Beate

    PS: So funktioniert diese Welt, solange wir dies nicht ändern! Wünschenswert, die Hoffnung stirbt zu letzt.

    „Wenn du versuchst, den Menschen die Folgen ihrer Verrücktheit zu verschweigen, kommt dabei letzten Endes eine Welt voller Narren heraus.“Herbert Spencer (1820 – 1903)

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