Rüstungskonzerne wegen Flüchtlingsströmen zur Kasse bitten

Sie sind nicht nur verantwortlich sondern schuldig am Schicksal von Millionen heimatvertriebenen Menschen. Jeder dritte Heimatvertriebene kommt aus dem Nahen- und mittleren Osten. Jeder fünfte von ihnen aus Afrika. Sollen doch jene dafür gerade stehen, die für dieses Elend verantwortlich sind

Flüchtlinge im FadenkreuzKommentar – Vor zwei Tagen titelte FOCUS Online: “Hohe Unterbringungskosten: 1,7 Milliarden Euro: Ausgaben für Flüchtlinge explodieren“. Etwa 800.000 Heimatvertriebene haben in den letzten Monaten ihren Weg zu uns gefunden. Dass es diesen Menschen in ihrer Heimat so schlecht geht, liegt nicht zuletzt daran, dass uns hier so gut geht.

Die Komplizenschaft zu den Kriegstreibern in Washington hat auch Deutschland in ein kriegerisches Land verwandelt, welches seine Freiheit überall, nicht nur am Hindukusch, ‚verteidigt‘. Deutsche Soldaten kämpfen für unsere Freiheit derzeit im Kosovo (763 Soldaten), in der Türkei (256 Soldaten), in Afghanistan und Usbekistan (900 Soldaten) oder im Sudan (10 Soldaten). Was zum Teufel wollen die in Somalia (144 Soldaten), am Horn von Afrika (241 Soldaten), in Mali (144 Soldaten) oder im Libanon(128 Soldaten)? Sie verteidigen dort nicht etwa unsere bürgerliche Freiheit zuhause, als vielmehr die Freiheit von einer handvoll Rüstungskonzerne, unanständig viel Geld zu verdienen.

So zum Beispiel die Firma Diehl Defence aus Überlingen am Bodensee. Mit Lenkflugkörpern und Munition erwirtschaftete diese im Jahre 2010 etwa 1,06 Milliarden Euro. Vier Jahre später waren es bereits 648,5 Milliarden Euro Umsatz. Damit zählt sie zu den kleineren Todesexporteuren. Geringfügig besser sind die Umsätze von Krauss- Maffei Wegmann aus München. Diese Firma baut gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge und hat damit 2010 ca. 1,3 Milliarden Euro umgesetzt. Im Jahre 2014 waren es dann bereits 934 Milliarden Euro. Das ist eine Steigerung um das 718fache. Noch viel besser steht die Firma Rheinmetall da. Rheinmetall stellt vor allem Treibladungen her.

So heißt es denn auch auf deren Website: „Erst in der Kombination von System, Munition und Treibladung erreichen komplexe Waffensysteme ein Wirkprofil, das den militärischen Forderungen vollständig Rechnung trägt.“ Die Rechnung geht auf. Während der Konzern sich 2010 noch mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro begnügen musste, waren es letztes Jahr bereits 2,9 Billionen Euro. Der Spitzenreiter hingegen ist Airbus, ehemals EADS. Bei dem in Bremen und Hamburg angesiedelten Konzern erhält der Aufrüstungswillige alles, was fliegt und schießt. Mit einem Umsatzvolumen von 13,5 Milliarden Euro lag der Konzern bereits 2010 an der Spitze deutscher Rüstungsfirmen. 2014 lag er noch weiter vorne mit einem Jahresumsatz von sagenhaften 14,6 Billionen Euro.

Aufrüstung lohnt sich also, für uns. Nicht jedoch für jene, welche die Erzeugnisse deutscher Wehrtechnik auf den Kopf bekommen. Diese Menschen, deren Häuser weggebombt und deren Familien großflächig vernichtet wurden, tun daher das einzig Vernünftige. Sie suchen das Weite und kommen zu jenen, denen es dank unserer Exportpolitik noch relativ gut geht. Also zu uns.

17,5 Billionen Euro habe die genannten vier Konzerne im letzten Jahr umgesetzt. In Zahlen zur Veranschaulichung sind das 17.500.000.000.000 Euro. Damit könnten jene, die für diese Völkerwanderung verantwortlich sind, all die Millionen Heimatvertriebener über Jahrzehnte hinweg aus der Portokasse versorgen und würden es noch nicht einmal wahrnehmen. Genauso wenig wie ihre eigene, moralische Verkommenheit.

Quellen:

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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15 Antworten zu Rüstungskonzerne wegen Flüchtlingsströmen zur Kasse bitten

  1. m8y1 schreibt:

    Hat dies auf m8y1 rebloggt und kommentierte:
    Super Beitrag mit erschreckenden Zahlen! Es geht um zig BILLIONEN €

  2. rositha13 schreibt:

    Hat dies auf Gegen den Strom rebloggt und kommentierte:
    Es sollte inzwischen bekannt sein, wem diese Konzerne gehören, oft auch über Strohmänner.

  3. feld89 schreibt:

    Hat dies auf volksbetrug.net rebloggt.

  4. Kati schreibt:

    Das ist das Beste was ich seit langer Zeit gehört habe. Lässt dir Verursacher blechen.

    Danke danke danke :/)

  5. Andrea Würdemann schreibt:

    Die Industrie und Politik muss für ihre Taten zur finanziellen Verantwortung gezogen werden, nicht wir. Es sind unsere Steuergelder die für die Kriegsmaschinerie veruntreut werden, womit sie ein heiden Geld verdienen. Wir Bürger wollen keinen Krieg, es ist eine Schande, dass wir jetzt finanziell dafür auch noch gerade stehen!

  6. Ketmann schreibt:

    Super Firmen… Setzen mehr Kohle um als ganz Amerika Haha

  7. Watschga schreibt:

    Eure Umsätze von den vier Konzernen
    Sind an den Haaren hergezogen ….
    Airbus Germany hat 2015 14,5 Milliarden Umsatz …..

  8. Albert Tempel schreibt:

    Ich bin ebenfalls der Meinung, daß Rüstungskonzerne wegen deren vorangegangener Geschäftsaktivitäten sich an den Kriegsfolgekosten für Flüchtlinge beteiligen sollten.
    Die Zahlen wurden allerdings in diesem Artikel etwas verdreht dargestellt, da die Kommas sich wahrscheinlich irrtümlich etwas verschoben haben.
    Etwas richtiger wäre:
    KRAUSS- MAFFEI WEGMANN, MÜNCHEN:
    Umsatz 2010: ca. 1,3 Milliarden Euro – Umsatz 2014: ca. 0,95 Milliarden Euro
    DIEHL DEFENCE, ÜBERLINGEN am BODENSEE:
    Umsatz 2010: ca. 1,06 Milliarden Euro – Umsatz 2014: ca. 3,1 Milliarden Euro
    RHEINMETALL AG:
    Umsatz 2010: 2,3 Milliarden Euro – Umsatz 2014: ca. 4,7 Milliarden Euro
    AIRBUS:
    Umsatz 2010: 13,5 Milliarden Euro – Umsatz 2014: 14,6 Milliarden Euro

  9. Olaf schreibt:

    Hallo,
    Ich glaube bei den Angaben zur Firma Diehl Defence habt ihr euch mit millionen und Milliarden vertan.Das gesammte Bruttoinlandsprodukt der BRD lag 2013 bei ca. 3600 Milliarden.
    Guckt doch bitte mal nach.

  10. Sabrina schreibt:

    In der Statistik von Rheinmetall stehen 2,9 Milliarden Umsatz, nicht 2,9 Billionen.
    Bitte überprüfen.

  11. Michael Weiß schreibt:

    Wieso nur die Rüstungsindustrie, was ist mit den Politikern, die ihre Stimme gaben dafür, dass diese Waffen in aller Herren Länder verteilt werden? Und die Lobbyisten auch gleich mit dazu nehmen! Soll mir mal einer erklären wie Waffen diesen Frieden sichern können!

  12. Einar Schlereth schreibt:

    Völlig richtig – die Verantwortlichen müssen beim Namen genannt werden und ihre engsten Kumpane aus der Bankenwelt. Die Politiker kann man wirklich außen vor lassen, da sie gekauftes Lumpenpack sind, moralisch noch verkommener als ihre Auftraggeber. Der Gedanke, dass die Verantwortlichen zahlen würden, ist natürlich etwas abartig. Sie gehören vor Gericht und ihnen muss das Handwerk gelegt werden. Deshalb müssen wir uns ein Beispiel nehmen an den 20-er Jahren, als es in Deutschland eine starke anti-Kriegs-Bewegung gab. ‚Keinen Pfennig für die Armee‘ und ‚Soldaten sind Mörder‘ – das waren die wichtigsten Parolen.

  13. Wolfgang Oesters schreibt:

    Die Rüstungskonzerne für die angerichteten Schäden aufkommen lassen: eigentlich eine ausgezeichnete Idee, nur – sie wird sich – so wie die Dinge hierzulande derzeit stehen – wohl kaum verwirklichen lassen! Die feinen Herrschaften der Rüstungsindustrie genießen dank entsprechender Lobbyarbeit ja besten Schutz seitens unserer Regierung und deren längst in allen entscheidenden Positionen sitzenden öffentlichen Meinungsmachern. Leider holt sich das „Zünglein an der Waage“, sprich‘ der letztlich auch ausschlaggebende Mittelstand vor allem am Sonntag Abend bei Jauch und ansonsten bei Will, Illner & Co. beim rituell-beschaulich einschläferndenen Infotalk zu später Stunde immer wieder portionsweise die nötige „Weisheit“ ab, die dann insgesamt immer wieder hilft, die Sachlage „wahrheitsgemäß und richtig “ entschieden zu sehen. – Gute Nacht Aufklärung, gute Nacht Deutschland, gute Nacht Demokratie, gute Nacht „christliche“ Nächstenliebe* und gute Nacht auch gesunder Menschenverstand! –

    (*Nächstenliebe gilt natürlich „richtig verstanden“ – grundsätzlich immer nur für den Nächsten, nicht aber – den Übernächsten, der „tragischerweise“ irgendwo weit weg im Feindesland „leider“ von einer deutschen Granate zerrissen wird!)

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