Kein neuer Koreakrieg in Sicht

Pjöngjang wird nicht so verrückt sein, den USA den Krieg zu erklären und eine nuklear bestückte Rakete auf das amerikanische Festland abzufeuern. Die USA ihrerseits sind zufrieden mit dem aktuellen Status Quo in Nordkorea, denn sie haben erreicht, was sie wollten

Kim Jong Un und Basketballstar Dennis Rodman

Kim Jong Un und Basketballstar Dennis Rodman

Kommentar – Bislang ist noch nicht einmal bekannt, ob Nordkorea überhaupt die notwendigen militärischen Mittel verfügbar hat, um eine solche Waffe zu bauen und zu starten. Umgekehrt sollen mittlerweile Dokumente aufgetaucht sein, die belegen, dass die USA während des Koreakrieges den Einsatz taktischer Nuklearwaffen planten. US- Feldmarschall Douglas MacArthur, der die US- Truppen im Koreakrieg befehligte, äußerte einst, dass er während des Konfliktes die Idee hatte, zwischen 30 und 50 Atombomben in Nordkorea entlang der südchinesischen Grenze einzusetzen. Sogar während der Waffenstillstandverhandlungen zwischen Nordkorea und den USA erwogen letztere noch den Einsatz dieser Massenvernichtungswaffen auf koreanischem Boden. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Gefahr eines nuklearen Schlagabtausches zwischen den beiden Staaten von den USA ausgeht.

Die USA finden die Spannungen in Korea toll. Es entspricht genau ihren Vorstellungen. Es erlaubt ihnen, durch die Errichtung eines weiteren Raketenschirmes zum Schutze Südkoreas China weiter einzukreisen. Durch groß angelegte Manöver zusammen mit Südkorea vor der nordkoreanischen Küste halten die USA zudem die Spannungen gezielt am Leben. Ein Friedensabkommen, welches Nordkorea seit nunmehr über 60 Jahren fordert, schlagen die amerikanischen Präsidenten hingegen ein ums andere mal aus. Alleine in den letzten zehn Jahren wurde die Welt Zeuge des amerikanischen Einmarsches in Afghanistan und dem Irak, der Zerstörung Libyens und jetzt Syriens, sowie des Einsatzes amerikanischer Truppen in Somalia. Kürzlich erst haben die USA weitere Truppen nach Australien verlegt und derzeit stationieren sie alle Arten von Waffensystemen in Sichtweite Nordkoreas wie den F22 Tarnkappenbomber und verkaufen nebenher Drohnen an Südkorea. Amerika ist auf Krawall gebürstet.

Die USA als mächtigste Militärmacht der Welt bedrohen das kleine und vergleichsweise hilflose Nordkorea und ziehen die Daumenschrauben dabei immer fester und fester. Das hat einen einfachen Grund. Nordkorea verweigert sich kapitalistischem Einfluss und sucht sich seinen eigenen Weg. Daher geht es nicht zuletzt darum, hier ein Exempel zu statuieren um andere Länder schon im Vorfeld davon abzubringen, es ebenfalls mal auf eigenen Füßen zu versuchen. Dies würde die Vormachtstellung des Hegemons in Gefahr bringen, insbesondere wenn diese Versuche sich auch noch als vielversprechend erweisen würden. Da sich das sozialistische Nordkorea nicht zum Kapitalismus bekehren lassen will, darf es um keinen Preis der Welt Erfolg haben. Alles würden die USA tun, um dies zu verhindern, außer einen zweiten Koreakrieg auf nordkoreanischem Boden zu beginnen.

Ein solcher wäre für die USA derzeit kontraproduktiv, weil er wieder Unsummen verschlänge und der amerikanischen Bevölkerung nur schwer zu verkaufen wäre. Ein solcher Schritt wäre aber auch nicht notwendig. Die USA sind an einem Krieg mit Nordkorea ebenso wenig interessiert wie an einem Friedensvertrag. Würden sie einem solchen Abkommen zustimmen, so bräuchte Nordkorea weniger Geld für sein Militär auszugeben und könnte endlich damit beginnen, seine Wirtschaft zu entwickeln. Die Nordkoreaner bräuchten auch nicht in ständiger Sorge zu sein, dass sie von Südkorea und den USA überfallen werden könnten und würden beginnen, sich zusehends der Welt zu öffnen. Das Land könnte beginnen aufzublühen und das wäre aus Sicht der USA das falsche Signal an andere aufstrebende Schwellenländer. Nämlich das unabhängige Länder, die nicht kapitalistisch sind und auch nicht alles tun, was die USA und andere westliche Staaten von ihnen fordern, tatsächlich damit durchkommen und sich von der imperialen Vorherrschaft des Westen zu emanzipieren vermögen. Solange der Druck auf Nordkorea weiterhin aufrecht erhalten wird, sei es durch militärische Drohgesten oder wirtschaftliche Sanktionen, wird das Land mehr und mehr in eine Festungsmenatlität hineingedrängt, die es von der Außenwelt abschneidet. Jeder kann deutlich sehen, dass dies kein Land ist, in dem man gerne leben möchte, ein für die US- Propaganda sehr nützliches Bild.

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5 Antworten zu Kein neuer Koreakrieg in Sicht

  1. Pingback: Kein neuer Koreakrieg in Sicht | WIR Der ZeitBote Saarland

  2. André schreibt:

    Auf den Punkt!

  3. anvo1059 schreibt:

    Sehr treffend dargestellt ! Wer jetzt noch nicht sieht, wo es hin geht muß blind sein. Ähnliches wurde ja bereits in anderen kommentaren geäußert. Weter so !

  4. Wendelin ♂ schreibt:

    Kurzer guter Überblick ohne zuviel unnötigen Ballast geschrieben. Das wichtigste in Kürze zur Information, Danke.

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