CIA-Frontman Zuckerberg

Dass er damals wusste, was er da zusammenfrickelt, ist unwahrscheinlich. Erst Jahre später bekannte der Gründer von Facebook offenherzig: „Facebook ist das mächtigste Werkzeug zur Bevölkerungskontrolle, das jemals erschaffen wurde.“ Dafür müsste er theoretisch mit der CIA- Ehrenmedaille ausgezeichnet werden, wie Onion News Network satirisch vorschlägt

Bild – Gulli.com

Eigentlich sollte es lediglich ein Online- Facemash werden, ein bebildertes Jahrgangsverzeichnis seines Studienjahrgangs an der Harvard University. Allerdings mit einer kleinen Erweiterung. Das Mash sollte zugleich ein Votinginstrument anbieten, um die hochgeladenen Fotos zu bewerten – ganz im Sinne von ‚Hot or Not‘. Die Bilder zweier seiner Kommilitoninnen hatte er zu diesem Zweck bereits ins Netz gestellt – und bekam Prügel dafür. Danach wurde er vorsichtiger und professioneller, vor allem was das Datenschutzrecht anging. Es sollte sich lohnen. Heute verzeichnet Facebook um die 800 Millionen Besucher, der Wert der Seite wird auf mehr als 33 Milliarden Dollar geschätzt.

Agent Frank Lewis sucht Freunde

Für die CIA wurde damit ein Traum wahr. Hatte sich deren Augenmerk bisher eher auf Flugtickets und Hotelrechnungen gerichtet, so hatte die ‚Firma‘ nun den Zugang zu Menschen in aller Herren Länder und konnte so einen wahren Tsunami an Informationen in ihre Rechner leiten. Weltweit laden Menschen nicht nur ihr eigenes Konterfei hoch, sondern auch das ihrer Freunde und ihrer Familie. Präzise Erlebnisprofile werden von Usern wie in einem Tagebuch regelmäßig aktualisiert. Besser noch können CIA- Agenten nun persönlich mit Usern in Kontakt treten, wie beispielsweise ein Schlapphut unter dem Pseudonym ‚Agent Frank Lewis‘, der ebenfalls auf Facebook ‚Freunde sucht‘. Von Vorteil ist allenfalls der Umstand, dass die Agents nun völlig legal an die Informationen herankommen, ohne Drohungen, ohne Geiselnahme von Familienmitgliedern oder Erpressung mit kompromitierenden Fotos und Filmen. Zugleich jedoch steht nunmehr unwiderruflich fest, dass die CIA keineswegs hinter zwielichten Agenten, gefährlichen Maulwürfen und schweren Jungs her ist, sondern vor allem hinter Normalbürgern. Dies ist ein typisches Muster aller repressiven Regime. Nur Diktaturen überwachen ihre Bürger so engmaschig wie zum Beispiel seinerzeit die StaSi, nur Diktatoren haben Angst vor dem eigenen Volk.

Zuckerberg und die CIA trieben es weit mit ihrer Datensucht. Hatte man früher lediglich unterschiedliche Datensätze miteinander vernetzt, um so persönliche Beziehungen zwischen unterschiedlichen Menschen aufzudecken, so folgte 2010 die Gesichtserkennung. Ungefähr 300 Millionen Fotos werden täglich bei Facebook hochgeladen und sofort anhand einer speziellen Software den jeweiligen Namen zugeordnet. Zu diesem Zweck hatte Facebook extra die israelische Firma Face.com übernommen. Die so gewonnen Ergebnisse fließen ein in die Kameraüberwachung öffentlicher Straßen und Plätze. Wenn Sie nicht wollen, dass Wachdienste Sie beim Einkaufen filmen, während unter ihrem Bild bereits Ihr Name, Ihr Wohn- und Geburtsort, die Namen Ihrer Kinder und weitere persönliche Details stehen, dann werden Sie Sich künftig auf eine ländliche Umgebung beschränken müssen.

Als letzter Dolchstoß der Datenkrake folgte die Neuerung, dass alle User sich künftig nur noch unter ihrem Klarnamen dort anmelden dürfen. Verwendet jemand ein Pseudonym oder gibt die falsche Adresse ein, kann es ihm passieren, dass er ausgesperrt wird. Facebook weiß alles, Facebook kennt jeden. Seit irgendwann einmal einer meiner Leser den Like- Button angeclickt hat, bin auch ich in diesem Supergedächtnis gefangen, obwohl ich dort nie einen Account hatte. In irgendeinem der von Facebook ausgelesenen, privaten Adressspeicher wird wohl auch meine Email- Adresse stehen und somit befindet diese sich zugleich in den Händen des Konzern und somit der CIA. Und Ihre?

Absteigende Zahlen bei Facebook

All diese Schnüffelei scheint den Mitgliedern offenbar zusehends auf die Nerven zu gehen. Ein Chatplace ist eine Sache, eine andere jedoch ist es, einen Großteil der Privatsphäre zu verlieren und dann auch noch das Gefühl erleben zu müssen, unter Kontrolle zu stehen. Der jüngste Coup des Unternehmens – quasi über Nacht wurden die Mail- Adressen der Mitglieder in Facebook- Mail- Adressen zwangsumgewandelt und mit diesen überschrieben. Die User kommen nicht mehr anders als über Facebook an ihre alten Kontakte heran, Kontakte aus dem wirklichen Leben und nicht irgendwelcher virtueller Onlinefreunde. Verständlicherweise sind die Leute erbittert angesichts solcher Eingriffe in die Persönlichkeitssphäre. Entsprechend nimmt der Mitgliederschwund zu, während die Zuwachskurve sich bereits im vergangenen Jahr deutlich abgeflacht hat. Wie die Nutzerstatistik von Facebook zeigt, verlor der Konzern im vergangenen Monat in den USA -1,4 Prozent, in Frankreich etwa -1 Prozent, -2,5 in UK und in Kanada -4,6 Prozent. Einen regelrechten Erdrutsch erfuhr das Unternehmen mit -44 Prozent in Amerikanisch- Samoa, einer kleinen Insel im südöstlichen Pazifik und in Vatikan- Stadt mit -66,67 Prozent Mitgliederschwund. Mittlerweile zeichnet sich eine ernstzunehmende Abwanderungswelle ab. Weltweit hat Facebook in 76 von 132 Staaten Zuwachsverluste erlitten, das sind Einbrüche von mehr als 57 Prozent. Zugleich steigen immer mehr Menschen aus. Ihre persönlichen Daten werden sie nicht mitnehmen können aus dieser Datenfalle, jedoch ihre Lebenswirklichkeit und ihre echten Freunde in 3D.

Meinen Dank an fx, der mir das Thema zugesteckt hatte

Quellennachweis und weiterführende Links:

Über denkbonus

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7 Antworten zu CIA-Frontman Zuckerberg

  1. Pingback: CIA-Frontmann Zuckerberg über Facebook « daopan

  2. Platon schreibt:

    Ich gehöre zu denen, für die ein Facebookaccount niemals in Frage kam, ich stand diesem Hype von Anfang an sehr skeptisch gegenüber. Zunächst aus gesundem Menschenverstand, weil ich mir absolut nicht vorstellen konnte, dass diese sozialen Netzwerke mal eben allein aus sozialen und rein altruistischen Gründen heraus entstanden sind. Weil davon auszugehen ist, dass dahinter kommerzielle Interessen stehen, die bestimmt nicht offenkundig für jedermann gemacht werden.

    Gerade die Narzissmusforschung, die ich seit langem mit Interesse verfolge, hat mich dann auf die ursprünglichen Motive Zuckerbergs aufmerksam gemacht, wie es zu der Gründung seines Projektes kam. Dafür kann ich jedem den ausgezeichneten Film „The Social Network“ ans Herz legen, der eindrucksvoll dokumentiert, dass es in erster Linie um die Sucht nach Anerkennung und um Bewunderung als auch um die Überwindung einer narzisstischen Kränkung ging. Die kommerziellen Möglichkeiten waren ihm damals noch gar nicht bekannt, das kam später erst hinzu, als dieses Projekt auf eine derart erstaunliche Resonanz der Internetgemeinde stieß.

    Letztendlich ist dieses Projekt von der Wirkung her für mich auch nichts anderes als das, was ja bereits die herkömmlichen Medien mit Formaten wie beispielsweise DSDS auch vermittelt und bedient haben: Die Sehnsucht der Menschen, in einer heute zumeist sehr stark durchorganisierten, fremdgesteuerten und routinierten Welt, nach echter Wahrnehmung und individuellen Anerkennung zu bedienen. Ich denke, dass der politische Aspekt und das Interesse der Spürnasen im Verbund mit dieser ungeheuren Zunahme an Mitgliedern dann ganz natürlich auch in den Fokus der Interessenten einer Bevölkerungskontrolle geraten musste. Wohl dem, der sich darüber bewußt ist, dass es längst nicht nur um triviale Kontakte geht und um die Förderung dieser, sondern dass da sehr viel mehr dahinter steht und die eigentliche Bedienung der Kontaktwünsche der Mitglieder im Grunde nicht viel mehr als eine Fassade darstellt, für die eigentlichen Interessen, die dahinter verfolgt werden.

    Aber es freut mich, dass die Menschen es anscheinend so langsam begreifen, danke für den Artikel!

  3. lemniskatie schreibt:

    Reblogged this on Lemniskatie.

  4. Stephan schreibt:

    Da wird in den Ländern über Datenschutz diskutiert und wir geben bereitswillig unsere Daten im Internet bereitswillig preis. Jeder sollte ich überlegen was er im Internet tut und wenn er es tut, alle an die Daten dran kommen!

  5. unser System ist doch auf Hinterzimmerdiplomatie aufgebaut, dass immer mehr durch die Veröffentlichungen gestört werden, ich meine jetzt nicht die produzierten Wikileaks sondern Schweinegrippe, Vogelgrippe ACTA konnte verhindert werden, durch Querverbindungen im Internet. Kruse spricht von Empathie, was die Verantwortlichen zeigen müssen, denn das Internet ist nicht zu steuern: http://www.youtube.com/watch?v=sboGELOPuKE Gesichtserkennung gibt es auch bei google+ also was solls, es geht immer um alle und alles und um den schmeterlingsflügelschlag, wer sich noch fürchtet hat schon verloren.

  6. alles ist im Plan das Chaos wirkt davor, ist der Ruf erst ruiniert, bleibt geht mir jeder Alexander aus der Sonne, das wusste schon Diogenes und das werden wir immer mehr. Doch wem gehören wir? Wem gehört überhaupt etwas? Das ist die Frage nach der Revolution:http://www.youtube.com/watch?v=Id2QSKE12zE

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