Was eigentlich ist Faschismus?

Mussolini - Wikipedia

Linke gebrauchen den Begriff Faschismus statt Nationalsozialismus aus gutem Grund. Zum Einen ist dies ein Sammelbegriff einer Reihe gleichartiger Parteien, während ‚National – Sozialismus‘ nur in Deutschland als werbewirksames, soziale Ziele vortäuschendes Logo erfunden wurde. Zum anderen ist Faschismus eine kapitalistische Form der Arbeitsmarktes- und Wirtschaftspolitik, die alle Mitbestimmungs, Arbeitsschutz- und Tarifrechte einseitig und zu Gunsten der Unternehmer außer Kraft gesetzt hat.

Jobst Müller – Also ist Nationalsozialismus in keiner Weise sozialistisch. Als Propagandamittel für Arbeitslose hetzte man zwar gegen das ‚jüdische Wucherkapital‘, die SA- Leute, die soziale Ideen einforderten, wurden nach 1933 jedoch ausgeschaltet und viele von ihnen ermordet.

‚Fasces‘, so hießen die Rutenbündel mit einer Axt, die Liktoren im alten Rom den Konsuln oder dem Kaiser als Symbole der Gewalt über Leben und Tod vorantrugen. Dieses Symbol wurde zum Logo der ‚Faschistischen Partei‘ Italiens, der ‚Partito Nazionale Fascista (PNF)‘ Benito Mussolinis im Italien des Jahres 1919. Er terrorisierte beim ‚Marsch auf Rom‘ 1922 die demokratischen Parteien, schaltete selbst Gemeindevertretungen durch Totschlägerkommandos seine Schwarzhemden- Milizen aus und putschte sich 1925 an die Regierung. So wurde seine Partei programmatisch und taktisch zum eurapaweiten Vorbild für alle anderen, fortan ‚faschistisch‘ genannten reaktionären Parteien, so auch der Nazis in Deutschland.

In Spanien (Franco), Portugal (Salazar), Griechenland (Metaxa), Rumänien, Ungarn und nach deutscher Besetzung während des Krieges auch in Holland (Mussert), Norwegen (Quisling), kamen diese Verbrecher an die Macht. Solche Staaten wurden nach dem autoritären ‚Führerprinzip‘ quasi militärhirarchisch ‚gleichgeschaltet‘. Jede Opposition wurde ausgerottet und unterdrückt. Der Rassismus und der Holocaust blieben allerdings eine deutsche ‚Spezialität‘.

Kennzeichen aller faschistischen Bewegungen waren folgende:

  1. Extremer Nationalismus mit der Idee der Höherwertigkeit des eigenen Volkes. Z.B. ‚Germanenkult‘ oder ‚Nachfolge des Imperium Romanum‘ wurden dazu genutzt. Daraus ergab sich das Recht der Eroberung und Unterwerfung anderer Länder, bis hin zur Neuordnung Europas unter deutscher Führung. Hitler hatte sogar Pläne, die USA nach Eroberung in einen ‚Negerstaat‘, ‚Latinostaat‘ und ‚Weißenstaat‘ aufzuteilen.

Da Nationalstaatsideen bei der damaligen Entwicklung der Weltwirtschaft eigentlich total veraltet waren, mussten Rohstoffquellen und Märkte gewaltsam nach dem Recht der ‚Hrrenmenschen‘ erobert und versklavt werden.

  1. Bei den grauenhaften sozialen Verhältnissen nach dem Ende des ersten Weltkriegs diente der Faschismus als ‚Notbremse‘ der Kapitalisten gegen sozialistische Bestrebungen. Die Volksgemeinschaft behauptete, alle säßen in einem Boot, klassenlos im Dienste von Führer und Vaterland. Klassenkampf und Interessensgegensätze zwischen Kapitalisten und Werktätigen seien jüdisch- bolschewistische Lügen zur Zerstörung der europäischen Herrenvölker. Etwa wie heute wieder “Hallo – Guten Morgen Deutschland.“ …“Ab jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ und nicht gestreikt.

Deshalb waren es ultrareaktionäre und militaristische Kreise mit den Größen der Industriekonzerne, die Hitlers Wahlkampf finanzierten und organisierten, aus Angst vor der ‚Roten Gefahr‘. Nach der Spaltung Europas 1947 in zwei Lager benötigte man die Faschisten weiterhin, diesmal seitens der Amerikaner. Salazar und Franco blieben als ‚Nato- Demokraten‘ im Dienst, viele Nazis besetzten die Ämter und Militärpositionen in Westdeutschland und anderswo. Und bald gab es auch wieder faschistische ‚Neonazis‘, z.B. gegründet von Mussolinis Enkelin in Italien oder Hitlergenerälen in Westdeutschland. Heute gelten in Holland, Dänemark, Ungarn, teilweise in Polen und dem Baltikum faschistoide Ideen wieder als regierungs, koalitions- oder ’salonfähig‘!

Nachtrag d.Red. – Bei uns trägt die Polizei inzwischen Schwarz, genauso wie seinerzeit Mussolinis Schwarzhemden. Schwarze Uniformen sind besser dazu geeignet, Menschen Furcht einzuflößen. „In letzter Zeit ist das Schwarzhemd als Uniform der im September 2007 gegründeten „Ungarischen Garde“ aufgetreten. Ihre Mitglieder tragen schwarze Westen über weißen Hemden, am Rücken mit einem brüllenden Löwen versehen.“ Das ‚Tausendjährige Reich‘, folgt man der Logik dieses Beitrags, hat nie aufgehört zu existieren.

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2 Antworten zu Was eigentlich ist Faschismus?

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  2. Habnix schreibt:

    Da kommen immer mehr Menschen drauf das der Faschismus nie ein Ende gefunden hat, nur wundert mich das die Juden das alles so zulassen und nichts aber auch gar nichts offen dazu sagen oder ich hab es nicht mit bekommen.Für mich ist auch merkwürdig das man immer an den Holocaust oder Shoah erinnert wird.Wenn ich an den Hass erinnere den einer für den anderen hatte,wird der eine sicher sich fragen und sich vielleicht sich dessen erinnern aber das wäre allerdings nicht logisch. Nein also ich bin definitiv nicht gegen Juden oder sonst wem,man wird aber sicher nach dem Sin des ganzen fragen dürfen.

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