Weltherrschaft in sechs Schritten


Das Spiel mit dem Feuer


Wie man einen ganzen Planeten erobert ohne ihn zu besetzen, machen uns gerade die USA gemeinsam mit Europa vor. Der gesamte Aufstand in Nordafrika ist Teil eines ungeheuer perfiden Plans, welcher nur ein Ziel kennt: Aneignung sämtlicher globaler Rohstoffressourcen um den zugrunde gewirtschafteten Weltmarkt erneut aufzubauen. Diesmal unter rein westlicher Vorherrschaft


Schritt 1: Entfachen eines demokratisch anmutenden Brandes in Tunesien


Wikileaks-Depeschen und vermutlich Facebookagenten schüren Stimmung gegen die Regierung in Tunesien. Als ein junger Mann sich aus Verzweiflung selbst verbrennt, explodiert die Masse und Ben Ali muss fliehen.


Schritt 2: Entfachen eines demokratisch anmutenden Brandes in Ägypten


Der nächste Aufstand wird in Ägypten angezettelt. Der Siegestaumel des erfolgreichen tunesischen Volkes schwappt über die Grenze ins Nachbarland. Über eine Million Ägypter versammeln sich auf dem Tahrirsquare, die Welt hält gebannt den Atem an. Freiheit, Freiheit, Freiheit und Demokratie, Demokratie, Demokratie, so schallt es allenthalben und die Welt hofft mit den tapferen Ägyptern auf das Ende Mubaraks. Interessantes Detail am Rande: Der Generalstabschef der ägyptischen Armee, Generalleutnant Sami Hafiz Anan, beschließt ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt, zu Gesprächen nach Washington zu reisen. Natürlich hat sich durch die Vertreibung Mubaraks nichts für das ägyptische Volk geändert. Nach wie vor wird es vom Militär beherrscht, dem weite Teile der ägyptischen Industrie inklusive Tourismus gehören. Zudem ist dieses Land zum größten Teil abhängig von Nahrungsmittellieferungen aus dem Westen. Dennoch sind alle auf die Bilder vom Tahrirsquare herein gefallen, so auch ich – mea culpa.


Schritt 3: Entfachen eines Brandes in Tunesien, der von allen für demokratisch gehalten wird, ohne es zu sein


Nachdem alle Welt überzeugt ist, dass Nordafrika eine historische Chance nutzt, das Erhabenste und Erstrebenswerteste zur verwirklichen, was westliche Propaganda zu bieten hat, nämlich eine repräsentative Demokratie ohne direkte Einflussnahme der Bevölkerung auf Sachentscheidungen, springt der Funke der Freiheit folgerichtig auch auf Libyen über. Alle nicken bestätigend ob der Medienberichte über tapfere Demonstranten, die in Libyen für Menschen- und Bürgerrechte auf die Straße gehen. Wirklich eine Riesenverarsche, denn in Libyen geht es den Menschen gut. Libyen ist der reichste Staat Afrikas mit dem höchsten Sozialstandart, vergleichbar Portugal oder Polen. Die Krankenhäuser dort sind auf dem modernsten Stand der Technik. Wenn das medizinische Know How nicht ausreicht, wird den Patienten ein Klinikaufenthalt im Ausland zum Nulltarif finanziert. Es herrscht Schulpflicht, der Unterricht ist bis zum 15. Lebensjahr kostenlos. Wer heiratet bekommt vom Staat 50 000 Euro. Wer ein Geschäft eröffnen will, erhält 20 000 Euro als zinsfreies Darlehen. Der Großteil aller Libyer, von Beduinen und Nomaden abgesehen, besitzt in eigenes Haus und ein eigenes Auto, das Benzin kostet in Libyen 10 Cent/Liter. Libyen hat zudem seit kurzem Zugang zu einem gigantischen Wasservorrat, mit dem das Land zum Brotkorb Nordafrikas werden könnte. Bereits die antiken Griechen hatten die rund 800 000 Quadratkilometer große Region Cyrenaika als Kornkammer Griechenlands genutzt. Der Name der Hauptstadt Tripolis stammt, wie sich unschwer erkennen lässt, aus dem Griechischen.


Wir haben es hier mit einem cleveren PR- Trick zu tun, da die aufständischen Rebellen aus Bengasi alles andere als Demonstranten sind. Sie sind tatsächlich nur gierig auf die Ölreserven, wollen diese selbst vermarkten und westlichen Konzernen in den Rachen werfen. Dazu wurden sie von der CIA und europäischen Geheimdiensten mit Waffen ausgestattet, mit denen sie auf Tripolis zu marschierten. Die Bengalen hatten noch eine Rechnung offen mit Gadaffi. Der Beginn der „Revolution vom 17. Februar“ ging aus von mehreren Familien der 1200 Toten Bengalen, die 1996 bei einer Gefängnisrevolte in Abu Salim bei Tripolis umgekommen waren. Dafür wollten die Familien Revanche nehmen.


Man stelle sich vor, das Saarland würde schwerbewaffnet auf Berlin zu marschieren um die Kontrolle über die Bundesrepublik an sich zu reißen. Das stieße wohl auf Verstimmung. Nicht anders ist es in Libyen. Die einzige Bombe, die Gadaffi angeblich auf sein Volk werfen ließ, war die Zerstörung eines Munitionsdepots, aus dem sich die Rebellen mit weiteren Waffen versorgen wollten. Der Rest war ein bewaffneter Konflikt zwischen Militär und Rebellenarmee. Mit friedlichen Demonstrationen für die Einführung einer Demokratie hatte das nicht das Geringste zu tun. Gadaffi sieht zwar echt gammelig aus, aber die überwältigende Mehrheit des Volkes steht geschlossen hinter ihm, weil es ihm einen für afrikanische Verhältnisse geradezu ungeheuerlichen Lebensstandart verdankt. Dank der Indoktrination unserer Propagandamedien denkt jedoch alle Welt, der Demokratiegedanke fräße sich, ähnlich einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung, quer durch die Welt. Daher ist die tumbe Öffentlichkeit auch dazu bereit, zu tolerieren, dass das libysche Volk derzeit äußerst humanitär mit Uranmunition ins Elend gebombt wird. Für die Demokratie muss man eben auch mal ein paar Opfer bringen.


Es stellt sich die Frage, weshalb der Westen am liebsten mit Diktaturen Geschäfte macht und diese auch noch in aller Welt fördert. Die Antwort scheint nun klar. In einer aufgeklärten und gut versorgten Gesellschaft mit Mitspracherecht und Informationsfreiheit lässt sich ein Aufstand viel schwerer anzetteln, als in einem Land, dessen Bevölkerung unter einem despotischen Regime zu leiden hat. In anderen afrikanischen Staaten wie Bahrain, dem Jemen oder Syrien, in denen die Bevölkerung naiv genug war, auf die Scharade herein zu fallen und an einen Siegeszug der Freiheit zu glauben, wurden die Demonstrationen mit allergrößter Brutalität blutig niedergeschlagen. Die brauchen wir noch nicht, noch nicht, also keine Berichterstattung. Dennoch hat Uncle Sam die syrische Opposition schon einmal vorsorglich mit Waffen versorgt. Kam leider raus, peinlich. Schwamm drüber, in Libyen spielt derzeit die Musik. Und nicht nur dort. Während bei Exon, BP und weiteren Konzernen die Sektkorken knallen, hat China ein Problem.


Schritt 4: Die Rolle Chinas auf dem Weltmarkt entscheidend schwächen


In den letzten Jahrzehnten hat sich China, wenn auch nicht zu einer Weltmacht, so doch zu einer Großmacht entwickelt. Und mit seiner Macht wächst zugleich sein Rohstoffhunger. Der eigentliche Gedanke dahinter ist klar. Es geht schon lange nicht mehr um Geld. Geld ist heute nicht einmal mehr wertloses, bedrucktes Papier. Dann wäre es wenigstens noch soviel wert wie die Farbe auf den Scheinen. Tatsächlich handelt es sich nur noch um Zahlen auf dem Bildschirm irgendeiner Bank. Noch nie war Geld so nutzlos wie heute und es wird nicht mehr lange dauern, bis auch wir dies erfahren dürfen. Die USA sind faktisch pleite, die wertstabilen Währungsreserven der Länder dieser Welt wurden auf Druck der USA in Dollar angelegt und der Euro taumelt zwischen den Einschlägen der Spekulanten hilflos im Kreis. Geld ist kalte Asche und gehört nicht den Menschen die es ausgeben, sondern jenen, die es schöpfen und seinen Wert bestimmen. Daher ist es de facto wertlos. Was hingegen von Wert ist, sind Rohstoffe. Erdöl, Erdgas, seltene Erden, Eisen, Kupfer, Bauxit, Lithium und was sich sonst noch alles aus dem Schoße von Mutter Natur ausgraben lässt. Das sind die Ziele, um die es in einer Zeit geht, die sich dem Ende eines globalen Währungssystems nähert. Und China war mitten drin, hat gut beobachtet und dabei gelernt, wie es seinen Einfluss geschickt in aller Welt ausüben kann, um an die begehrten Rohstoffe zu gelangen. So auch in Afrika. Das eigentlich Ziel des nordafrikanischen Verwirrspiels ist es, China aus dem Rohstoffmarkt heraus zu drängen. Im Sudan hat es bereits durch die Spaltung in zwei Hälften geklappt. Nun ist Libyen an der Reihe. Wie das chinesische Handelsministerium in Peking verlauten ließ, halten chinesische Firmen in Libyen Verträge über mindestens 50 Großprojekte. Es geht um viele Milliarden Dollar. 3,47 Milliarden US-Dollar umfasste das Auftragsvolumen Chinas im Ausland, nun ist es im Zuge der Unruhen um mehr als die Hälfte gefallen. Ebenso die neuen Förderverträge mit Libyen, die auf etwa 45 Prozent zusammengebrochen sind. Dort fiel der Umsatz im letzten Quartal um knapp 14 Prozent. In Algerien sank das vertragliche Volumen auf 97 Prozent ab, der Umsatz dort um 10,7 Prozent. China hat noch ein weiteres Problem im Magreb. Wie der chinesische Politologe Ding Xueliang von der Technischen Universität in Hongkong erklärt, folgt Chinas Außenpolitik der Devise, dass Beziehungen nur zwischen Regierungen von Bedeutung sind. Die Errichtung von Arbeitsplätzen für Libyer hatte China bei seiner Strategie nicht vorgesehen. Das rächt sich jetzt.


36 000 Billiglöhner aus China waren in den letzten Jahren nach Libyen verschifft worden, wo sie die chinesischen Projekte hochzogen von der Ölförderung bis hin zum Bau von Infrastrukturprojekten wie Minenanlagen, Straßen, Eisenbahnstrecken, Mobilfunknetzen, Wohnanlagen, Kraftwerken oder Häfen. Im vergangenen Jahr belief sich Chinas Libyenhandel auf 6,6 Milliarden Dollar, davon mit 4,5 Milliarden Dollar Chinas Rohstoffimporte. Allein die China State Construction Engineering Corp., die in Libyen Wohnkomplexe baute, beschäftigte über 8000 chinesische Arbeiter. Zwei andere Wohnungsbaukonzerne, die Beijing Urban Construction Group und die China Communications Construction Co., hatten jeweils 5000 Arbeiter. Quelle: Berlin-Online

All diese zukunftsversprechenden Projekte liegen nun auf Eis, denn da die libysche Bevölkerung so gut wie gar nicht von der chinesischen Präsenz in ihrem Land profitiert hatten, nehmen die Menschen dort nur wenig Rücksicht auf chinesische Interessen. Im Gegenteil. Wie das chinesische Wirtschaftsministerium verlauten ließ, sind in den vergangenen Tagen mindestens 27 chinesische Baustellen und Anlagen angegriffen und ausgeraubt worden. Wie es in einer offiziellen Stellungnahme heißt, habe China in Libyen in großem Maßstab wirtschaftliche Verluste erlitten. Es wurden nicht nur Baustellen geplündert, sondern auch Autos verbrannt, Werkzeuge zerstört, Büros zertrümmert und Bargeld in unbekanntem Umfang gestohlen. Der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge sind während der letzten Tage tausende Chinesen in Libyen ausgeraubt worden, dutzende Chinesen erlitten dabei ernsthafte Verletzungen. Der Traum vom aufstrebenden China ist somit fürs erste auf Eis gelegt. Ohne Rohstoffe keine Umsätze und ohne Umsätze kein Wachstum. Stattdessen eine schrumpfende Wirtschaft, zurückgehender technischer Fortschritt, weniger Geld für Rüstungsprojekte und ein schwer wieder gut zu machender Zeitverlust gegenüber den hochtechnologisierten Industrienationen des Westens.

Schritt 5: Ein neuer kalter Krieg

Dieser wird aller Wahrscheinlichkeit nach als nächstes folgen. Für eine direkte militärische Konfrontation mit dem Westen reicht Chinas technisches Potential nicht aus, ob das Land den Schulterschluss zu seinem russischen Nachbarn suchen wird, erscheint eher fraglich. Was sollen sie auch machen, die Chinesen? Als aufstrebende Exportnation die einzigen Länder angreifen, die ihnen ihre Erzeugnisse abkaufen? Nachdem China aus dem Rohstoffmarkt gedrängt sein wird, bleibt lediglich Russland als ernstzunehmender Gegner übrig. Aber auch dort wird man die Füße still halten. Eine offene Kriegserklärung an den Westen würde Russland in Kürze vollständig ruinieren. Daher auch hier – Kalter Krieg. Und Kalter Krieg bedeutet stets den Sieg für jene, die den Weltmarkt beherrschen, wie der Niedergang der Sowjetunion gezeigt hat.

Schritt 6: Aufbau einer neuen wirtschaftlichen und militärischen Weltmacht

Zugleich verfügen die USA und Europa nun über die gesamten Rohstoffresourcen des Magreb und können in aller Ruhe aufs neue ihre Wirtschaft aufbauen, neue Handelsbeziehungen eingehen und die Welt samt Weltmarkt so steuern, wie sie es schon immer getan haben. Dies ist offenbar das versteckte Ziel des neuen amerikanischen Jahrhunderts (PNAC), welches als Vorlage für die NWO diente. Andere Länder wie die BRICS- Staaten, aber auch der Nahe Osten werden diesem wachsenden Druck auf Dauer nichts entgegenzusetzen haben und ihre Rohstoffe ebenfalls an westliche Konzerne verlieren. Eine neue Währungsunion wird erschaffen werden und mit den arabischen Ländern, die schon seit Jahrzehnten von Washington aus regiert werden, als auch den Rohstoffreserven Afrikas, wird die östliche Halbkugel nach und nach an den Westen fallen. Was bleibt ist Südamerika, das steht als letztes auf dem Speiseplan.

Quellennachweis und weiterführende Links:

Lupocative
Sicherheitspolitik-DSS
Wiener Zeitung
Berliner Zeitung

Über denkbonus

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3 Antworten zu Weltherrschaft in sechs Schritten

  1. slave schreibt:

    was für eine demokratie wo gibt es die

  2. hernanes schreibt:

    Wie im Artikel schon steht, ist der Westen Pleite und der Magreb besitzt auch nicht all Rohstoffe der Welt. In Zentralafrika gibt es mehr Rohstoffe und dort hat China eine Vormachtsstellung. Ausserdem wird die Weltwirtschaft zugrunde gehen, wenn China nichts mehr produziert, was mit dem Rohstoffverlust passieren würde. Dann müsste der Westen alles produzieren und dort sind die Gehälter viel höher. Das würde die Preise in die höhe schiessen lassen und den Bürgern wieder das ganze Geld kosten

  3. toxilly schreibt:

    Die USA haben sicherlich nicht gerne für den Militäreinsatz gestimmt. Ich denke aber nicht, dass sich der Einsatz ausschließlich mit wirtschaftlichen Interessen begründen lässt. An erster Stelle stand bzw. steht wohl die Solidarität mit dem ägyptischen Volk. Was den neuen Kalten Krieg angeht bin ich ebenfalls skeptisch. Ohne Frage, es wird garantiert spioniert wie in Sowjetzeiten, allerdings denke ich nicht, dass sich daraus ein neuer unterschwelliger Krieg entwickeln wird. Vielmehr sind die USA und China aufeinander angewiesen; auch muss die Volksrepublik noch viele Hausafgaben machen, bis sie als Supermacht anerkannt werden kann. Wirtschaftlich mag das schon in wenigen Jahren geschehen, aber bis, oder besser gesagt ob, sich die Demokratie in China durchsetzt, bis es eine demokratisch legitimierte Regierung gibt und Menschenrechte wie Meinungsfreiheit eingehalten werden, ist es noch ein langer Weg für China.

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