Leb wohl du Schöne alte Welt: Von Huxley über Orwell zur Freiheit

Kommentar von Maddy – Als einer der jüngsten Beteiligten des 1989íger Umbruchs in Leipzig (Montagsdemo, Nicolaikirche in Leipzig) bewegt mich das sehr, was in Ägypten gerade passiert. Jetzt trennt sich übrigens bei den alternativen Medien die Spreu vom Weizen! Während einige eher rechtskonservative Blogs vom warmen Stübchen aus zynisch die Situation bis zum Exzess machtpolitisch hyperventilieren und in jeder Ecke des Tahiri -Platzes eine, von außen gesteuerte Verschwörung erkennen wollen, seid ihr solidarisch nahe bei den Menschen, die für die Veränderung das Kostbarste, was sie haben, nämlich ihr LEBEN einsetzen und nicht zurückweichen.

Natürlich versuchen die Mächtigen von außen Einfluss auszuüben, das war schon bei jeder Revolution so, aber es gelingt ihnen einfach nicht, weil sie es hier mit unabhängigen und mutigen Freiheitskämpfern zu tun haben!! Was JETZT wichtig ist, ist nicht des ganze, wer, was ,wen, wie unterstützt hat, interessiert nämlich gerade nicht, sondern mal die Scheinwerfer auf die seit Tagen aktiven Ägypter zu werfen. Es ist unglaublich, wie die Menschen dort ausharren, bei den wenigen Ressourcen !! nur eine Wasserleitung, die vielen Verletzten und wie sich alle umeinander kümmern (ein Arzt wurde bei der Arbeit ermordet) die Organisation von Essen, was eh schon knapp ist, die enorme Selbstorganisation, auch um die gekauften Schlägertruppen zu isolieren und Schaden von den Mitdemonstranten abzuwenden, Menschen die nur mit 2 Stunden Schlaf in der Nacht auskommen müssen, um die anderen zu beschützen. Das ist auch ein Zeichen der Hoffnung für uns alle, was alles MÖGLICH ist. Seien wir in Gedanken bei ihnen.

Es ist davon auszugehen, daß die Staatsmacht bewusst alles in Gang gesetzt hat, um die Situation zu eskalieren, um irgendwann ein blutiges Eingreifen rechtfertigen zu können. Mit der Gewaltorgie haben sie auch versucht die Demonstranten zu ermüden und einen Teil zur Aufgabe zu bringen. Gegen die dann, nach deren Kalkül geringere Zahl von Demonstranten ließe sich auch besser vorgehen und die alte “”Ordnung”“ wiederherstellen. Ich glaube das hätten sie gerne ohne den Blick der Weltöffentlichkeit gemacht, daher die Hatz auf Journalisten. Die Rechnung ging nur eben nicht auf, weil die unteren Ränge der Armee sich mit dem Volk solidarisiert haben, auch wenn die gekauften oberen Ränge das eigentlich nicht wollten. Leider haben diese scheußlichen, korrupten Mubarak-Gangster einfach nicht verstanden, daß man den Widerstandswillen und die Motivation von so vielen, die für eine größere Sache einstehen, nicht brechen kann. Sie sollten besser heute als morgen ihre Geldkoffer packen und nach Saudi-Arabien verschwinden bis dort ihre Zeit auch abgelaufen sein wird. Hoffen wir das beste, daß die Revolution nicht im Blut erstickt wird. Die Menschen da stehen auch für unsere Würde hier ein.

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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4 Antworten zu Leb wohl du Schöne alte Welt: Von Huxley über Orwell zur Freiheit

  1. Revolutionsgewissen schreibt:

    Sowohl der Artikel als auch die Kommentare dazu strahlen Empathie, Hoffnung und Sorge über die derzeitigen revoltierenden Volksbewegungen und ihre nicht mehr hinnehmbare Leidensfähigkeit mit ihren Diktaturen aus, die ich in jeder Hinsicht teile. Dabei erinnere ich an den Freiheitsgedanken der Menschheit, der so alt ist, wie den Menschen bewußt wurde, daß sie von der Gegenseite in ihrer menschlichen Würde beraubt und unterdrückt wurden. Erste Merkmale eines Unterdrückungssystem nach meiner Kenntnis wies der Sklavenhalterstaat auf. Was will ich damit sagen. Solange kämpften (z.B. Spartakusaufstand) und kämpfen (z. B. nordamerikanische Indianer, um Anerkennung ihrer Kultur und Sprache in den USA, Aborigines usw.) Menschen für ihre Menschenrechte. Daran hat sich bis heute nichts geändert. In Zeiten der Urgemeinschaft der Menschheit gab es wohl den größten Frieden und die geringste Zerstörung auf Erden. Bis heute haben wir uns Schritt für Schritt soweit davon entfernt, so wie wir uns von der niedrigen Gesellschaftsordnung zur Hightech-Gesellschaft entwickelt haben. Hinzu kommt noch, dass die Wiege der Menschheit in Afrika gefunden wurde. D. h. dort waren schon lange vor den Europäern hohe Kulturen ansässig. Soweit seien einige allgemeine Aspekte dazu angemerkt. Zur speziellen Situation in Nahost und Nordafrika derzeit will man die Hintergründe und Zusammenhänge verstehen, muß man in die Kolonialzeit zurückgehen, deren wichtigste Vertreter England, Frankreich und Deutschland in Afrika waren. Diese Staaten haben mit ihren Macht- und Eroberungsgelüsten willkürlich diese Problemgebiete geschaffen. In keiner Weise haben sie dafür gesorgt, dass sich nach ihrem Rückzug aus diesen Gebieten wahrhafte Volksdemokratien etablieren konnten. Das war von ihnen auch keineswegs gewollt, denn die Unterdrückungsinstrumente und damit die Macht haben sie weitergereicht an ihnen genehme und korrupte Vasallen. Mubarak wurde von den USA mit 2 Milliarden Dollar gestützt. Auch deshalb, weil er an den Friedensvertrag, den Sadat mit Israel abgeschlossen hatte, festgehalten hat – also ein sicherer Garant für Israel war. Das scheint aufgrund der unsicheren politischen Verhältnisse in Gefahr geraten zu sein.
    Konfliktherde in der Welt und besonders auch in Afrika müssen schon deshalb gefördert und erhalten werden, weil man gerade heutzutage mit Rüstungsgütern die größten Gewinne und einen höheren Wohlstand in den Lieferstaaten damit erzielt und erreicht. Außerdem werden die Nehmerstaaten zu Schuldnern und somit abhängig und erpressbar. Dass diese Rechnung der Mächtigen auf die Dauer nicht aufgeht, zeigen jetzt die Entwicklungen in diesem Pulverfaß. Sie sind, wenn sie spontane Züge annehmen und wie Funken in ein ausgedürrtes Weizenfeld einschlagen ein Brandherd mit unkontrollierbarer Auswirkung. Denn keiner kann sagen, wie schnell und wie groß sich so ein Flächenbrand ausweitet. Dieser Urrhythmus der Natur wohnt einem solchen historischen Prozeß inne, der auf dem Grad von Stabilität und Instabilität – von Ordnung und Chaos wandelt. Wo, wie und wann er ausbricht und sein Zenit überschreitet, läßt sich nich vorherbestimmen. Für Außenstehende nimmt er immer die Züge der Unberechenbarkeit an. ERGO: Verschärfen sich die Widersprüche unüberbrückbar zwischen den politischen Kontrahenten ist der Konflikt zur Bereinigung der Situation unausweichlich. Vielleicht haben die Menschen in Ägypten und anderswo aus der Gandhi-Bewegung und der 89er Revolution gelernt, dass sie unblutig und friedlich ihren Ungehorsam öffentlich zeigen und ihre Ziele durch Massendemonstrationen gegenüber dem Regime durchsetzen. Die Erfahrungen mit der Geschichte zeigen, dass sich immer andere, die nicht Motor der Volksbewegung waren, die Macht an sich rissen. Hoffentlich sind die Menschen dort wachsam und verhindern so etwas. Auch wenn in Ägypten nicht wenige Opfer zu beklagen sind, dass mich sehr traurig stimmt – ihre Gesichter kennen wir nicht – meine Gedanken sind bei den Trauernden. Eines ist sicher Ägypten wird niemals wieder das sein, was es unter Mubarak war.

  2. nied schreibt:

    In Ägypten gibt es Unruhen, Bürgerkrieg in den Hauptstädten und die westlichen Ländern finden zu keinem gemeinsamen Standpunkt. Die einen, wie Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon fordern sofort freie Wahlen, während Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi Mubarak den Rücken stärkt. Vielleicht ist das auch ganz gut so, denn letztlich muss das Ägyptische Volk entscheiden, wie es weitergehen soll. In meinen Augen ist dieser Mohamed ElBaradei nur einer, der jetzt auf den fahrenden Zug aufspringen will um mal schnell ein Präsidentenamt abzustauben. Der ist in meinen Augen auch nicht demokratisch legitimiert.

  3. wakeneye schreibt:

    Hier ist der Beweis, Huntingtons Kampf der Kulturen ist Bullshit. Dieses Youtube- Video zeigt ägyptische Christen und andere Nichtmuslime, die mit einer Menschenkette betende Muslime auf dem Tahrir „Liberation“ Place beschützen. Der Volksaufstand in Ägypten beweist doch deutlich, dass auch Menschen unterschiedlicher Religion gemeinsam friedlich für eine gute Sache einstehen können. Ja nun, vor diesem Hintergrund sollte das Propagandaschwert der bei uns weitverbreiteten Angst vor dem Islam langsam stumpf werden.

  4. denkbonus schreibt:

    Im Moment ist die Weltöffentlichkeit zum Zuschauen verdammt, ohne die mutigen Menschen Ägyptens direkt unterstützen zu können. Die Zukunft der Welt steht auf Messers Schneide, nur ein globaler Volksaufstand kann diesen Planeten noch retten. Die Meere und Flüsse sind verseucht und leergefischt, die Wälder abgeholzt und die Nahrungsressourcen werden immer knapper und knapper, da die geschundene Erde kaum noch etwas hergibt. Eine Chance haben die Menschen noch, eine allerletzte. Sie müssen diese gewissenlose Macht- und Geldelite weltweit endlich zum Teufel jagen. Das nun ausgerechnet Nordafrika damit den Anfang macht, damit hat niemand gerechnet. Völlig unvorbereitet und mit herabgelassener Hose stehen die Mächtigen dieser Welt vor den Folgen ihres Tuns und verfallen zusehends in Panik, während sich direkt vor ihnen ein Hexenkessel auftut, der seinesgleichen sucht. Sollte der Aufstand in Ägypten niedergeschlagen werden, so wäre das ein schlimmer Schlag für die Freiheitsbewegungen Nordafrikas und in aller Welt. Gelingt er, so ist dies ein klares Signal an sämtliche Völker dieser Welt, es ihnen gleich zu tun. Unser aller Zukunft liegt nicht zuletzt in den Händen der ägyptischen Freiheitskämpfer und wir alle sollten ihnen, zumindest moralisch, den Rücken stärken und hoffen, dass sie die Gewalt, der sie ausgesetzt sind, überwinden, sie kämpfen schließlich auch für unsere Freiheit und eine selbstbestimmte Weltbevölkerung.

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