Halt Du sie dumm

ich halt sie arm. Die Verflechtung von Staat und Kirche ist, geschichtlich betrachtet, tiefergehend, als auf den ersten Blick erkennbar. Die Kirche ist einer der Zügel, mit denen die westliche Herrschaftselite ihre Bevölkerung lenkt und kontrolliert.

Einerseits predigt die Bibel: Gehet hin und tut Gutes. Andererseits wurden in ihrem Namen Kreuzzüge veranstaltet, Städte und ganze Regionen in Blut getränkt. Christen waren es, die, so wie Hernándo Cortéz, ganze indigene Zivilisationen auslöschten und Christen waren es, die in Raubtiermanier alles, was sie auf ihren Forschungsreisen zu Gesicht bekamen, prompt zu ihrem Eigentum erklärten. Die einheimische Bevölkerung wurde im Zuge der Kolonianisierung gleich mit zu Eigentum erklärt und versklavt. Und stets waren Missionare vor Ort, die diesen Menschen ihre innere Heimat raubten indem sie diese so gut wie vollends zerstörten um dort ihre krude Mischlehre zu plazieren. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Derzeit ist Afrika im Fadenkreuz der Kirche, eure Heiligkeit hat sich diesbezüglich erst geäußert.

Edel sei der Mensch, hilfreich und gut

Dabei verkünden die Prediger auf den Kanzeln die Botschaften der Bibel, der Nächstenliebe und, davon bin ich überzeugt, glauben auch fest daran. Schließlich ist es eine schöne Botschaft, die voll ist von zwischenmenschlichen Selbstverständlichkeiten für ein friedliches und harmonisches Zusammenleben. Da ist von Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit die Rede, von brüderlicher Nächstenliebe, von Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. Alles Dinge, die für uns Menschen, als die sozialisierungsfähigen und vernunftbegabten Wesen, die wir sind, schon immer eine ganz normale Sache waren. Lange Zeit, bevor die Kirche uns mit ihrer Heilslehre beglückte. Dazwischen, geschickt hineingewebt in die Gesamtbotschaft, Lügen. Beispielsweise, dass jeder, der der christlichen Lehre nicht folgt, in der Hölle endet. Oder dass Gott die Ungläubigen straft oder dass Jesus Christus bereits tot war, als er beschloss, aus eigener Kraft wieder ins Leben zurück zu kehren, was ihm auch promt gelang. Das eine Jungfrau schwanger wird und das Lots Weib sich in eine Salzsäule verwandelt hat, weil sie einer Anordnung nicht Folge leistete. Dabei drehen sich Frauen prinzipiell immer um, wenn sie wissen, dass da hinter ihrem Rücken was läuft. Die Liste ist länger als mein Schreibvermögen am Stück. Auf diesem Wege stellt die Kirche die Wahrheit in den Dienst der Unwahrheit.

Angst ist ihr Werkzeug

Nur wenige der Fußsoldaten in Christo werden vollends verstanden haben, in was für ein teuflisches Spiel sie tatsächlich seit knapp zwei Jahrtausenden verwickelt sind. Denn sie tragen, verborgen unter ihrer Soutane, eine Botschaft hinaus in die Welt von der sie selbst nicht wissen, was diese anrichtet. Es ist die Geschichte vom Bösen und unserer Angst davor. Und hier kommen wir zu der Beziehung von Staat und Kirche. Der Staat, damals also der Feudaladel, wollte kein Volk von Denkern und Forschern. Sonst wären ihm die ganzen Leute damals schon auf die Schliche gekommen. Sie wären den Dingen auf den Grund gegangen und hätten daher zwangsläufig auch irgendwann den Herrschaftsanspruch des Adels hinterfragt und in Frage gestellt. Daher erdachte die Kirche sich einen ganz besonders perfiden Schachzug. Sie erschuf den Teufel. Ab nun war dieser an allem Schuld. Nichts musste mehr hinterfragt werden. Der Belzebub, der war’s.

Einer für Alles

Wenn eine Mutter ein totes Kind zur Welt brachte, dann war daran der Teufel schuld und nicht die gravierende Mangelernährung, welche die aberwitzige Prasserei der Adelsklasse seinem Volk abverlangte. Wenn eine Mutter des Kindbettfiebers starb, so lag die Verantwortung nicht bei der Hebamme mit den ungewaschenen Händen. Wenn Hungersnöte das Land heimsuchten, so lag das nicht am Krieg, oder daran, dass die Menschen keinerlei Ressourcen hatten, die sie vorausschauend hätten einlagern können, weil das Prekariat ihnen alles wegfraß. Kritische Fragen erübrigten sich gemäß kirchlicher Lehrmeinung. Der Blick der Menschen richtete sich statt dessen furchtsam auf jenes unsichtbare Monster, dass man niemals sah, dessen Schandtaten jedoch ständig für entsetzliches Leid unter den Menschen sorgten. Auch heute werden wir von christlichen Parteien regiert die sich mit dem christlichen C in ihrem Namen scmücken. Fernsehpfarrer- und Nonnen sammeln in TV- Serien Quotenpunkte für die Sender. Nach wie vor arbeiten Herrschaftselite und Kirche Hand in Hand.

Gutes tun und Schlechtes hinterlassen

Angst hatten die Menschen deshalb, weil die Kirchenmänner ihren Schäfchen glaubhaft versichert hatten, dass der Inbegriff alles Bösen es auf eben sie abgesehen hätte. Genauer gesagt auf ihre Seelen. Und Gottesmänner hatten sogar ein zuverlässiges Rettungskonzept dabei, die heilige Bibel und dass, was sie den geplagten Menschen an zusätzlichen Lebensanordnungen mit auf den Weg gaben. Nie ohne den Hinweis, dass in der anderen Wegrichtung der Teufel lauere. So erreichten sie, dass sich die Schlinge der Angst immer enger um die Herzen und Seelen der Menschen zuzog so dass diese immer tiefer in einem Glaubenssumpf versanken, der keinen mehr frei gibt, der darin gefangen ist.

Zugleich öffnete die Kirche dem Kolonialismus Tor und Tür. Jahrhunderte vergingen, bis die Kirchenoberen endlich dazu bereit waren, all den gottlosen Heiden, deren Lebensraumes sie sich gemeinsam mit den Königlich Kaiserlichen Truppen bemächtigt hatten, eine Seele zuzugestehen. Bei Tieren haben sie es bis heute nicht begriffen. Erst nachdem allen Menschen der Besitz einer Seele zugestanden worden war, konnten auch für alle Menschen Menschenrechte eingefordert werden. Tiere hingegen haben laut der päpstlichen Lehre keine Seele und damit auch keinen Anspruch auf irgendwelche Rechte, die beseelte Wesen besitzen. Daher werden Tiere heute noch so behandelt, wie die Menschen damals.

Die Kirche hat die Menschen dieses Planeten in furchtbares Elend gestürzt und zugleich gemeinschaftlich dem Willen der Herrschaftseliten unterworfen. Die Wunde, die in unserem kollektiven Bewusstsein klafft, ist riesig. Dennoch suchen die Menschen weiterhin ihren Weg und echte Wahrheiten. Sie treten aus aus der Kirche um sich ihren eigenen Weg zu suchen und sie haben gute Chancen, ihr Glück ohne die Kirche zu finden. Niemand kann seinem Glück auf Dauer davonlaufen. Denn wir sind, egal, wo wir uns befinden, nie mehr als einen Gedanke weit davon entfernt.

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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4 Antworten zu Halt Du sie dumm

  1. Platon schreibt:

    Mit diesem Thema habe ich mich auch sehr lange beschäftigt, und dabei geht einen erst so manches auf, was scheinbar selbstverständlich erschienen ist. Im Grunde ist es ja einfach. Eine Ideologie, die eine völlige Unterordnung fordert, die dem Menschen und Individuum keine Bedeutung zumißt, weil ohnehin alles „von oben“ fremdgesteuert ist, die legt ja schon das wichtige Fundament für die Herrschaft. Wenn man mit einem klaren Kopf dort mal genau hinschaut, dann sind diese wichtigen Zusammenhänge ja auch gar nicht mehr zu übersehen. Und die Folgen, die strukturelle und offene Gewalt auch nicht. Denn die Geschichte allein zeigt schon die Heuchelei mehr als deutlich auf, Die lobpreisende Theorie und die tatsächlich gelebte Praxis gehen ja bei weitem nicht konform. Interessant ist es auch, die Veränderungen in der westlichen Religion zu betrachten. Und gerade die der jüngeren Zeit und deren Auswirkungen auf unsere Zeit.

    Die Entstehung der USA ist vor allem durch die Entwicklung des Calvinismus geprägt worden. Die britschen Puritaner, die in GB damals so schlimm gewütet hatten, dass kein Brite sie mehr haben wollte, die haben sich dann halt kurzerhand in die neue Welt begeben und traten dort in Massen als Pilgerväter auf. Und dort haben sie mit ihrer schlimmen Ideologie dann auch alles verpestet und geprägt, was sich bis heute deutlich auswirkt. Schon diese Leute waren davon überzeugt, dass allein der Erfolg zählt und ethische Belange eben gar nicht mehr. Es gab nicht einmal einen liebenden Gott in dieser Lehre. Nur noch einen, der in klingender Münze bei Erfolg auszahlt. Der obendrein nur noch diejenigen errettet nach dem Tod, die einen entsprechenden Erfolg auf Erden vorzuweisen haben. Alle anderen sind Untermenschen, sie sind eh nichts wert. Diese Lehre sieht ja sogar die katholische Kirche als einen gefährlichen Irrweg an. Hier hat denke ich eine noch stärkere Vermenung zwischen Kapitalismus und Religion stattgefunden. Eine verhängnisvolle Entwicklung. Auf der anderen Seite ist es aber auch kein Wunder, dass der Glaube an die Religion zum Glück auch immer mehr in Frage gestellt wird.

  2. ich schreibt:

    Für ein besseres Verständnis empfehle ich Prof. Veith.

  3. Bahia schreibt:

    Und am schlimmsten sind die neuen amerikanischen Religionen, wie Baptisten, Zeugen Jehovas, Adventisten vom 7.Tag, hier auf den Philippinen holen sie von diesen armen Menschen das letzte raus, ohne Scham, ohne Zögern, nur her mit dem Geld
    Ich war auf einer Seminarschulung von den Adventisten dabei, wörtlich sagte er, wir gehen bis dahin, hinter den letzten Berg, auf die abgelegenste Insel, dort wo ein Coca Cola Kühlschrank steht, dort müssen wir hin !!!!!!!!!!!!!!!!!

    Um unser Geld zu holen, was denn sonst.

  4. hans meiser schreibt:

    Das war und ist trotz angeblicher Trennung von Staat und Kirche in Deutschland immer noch so. Allerdings haben heute die Medien im Auftrag der Reichen und Mächtigen die religiöse Aufgabe der Volksverdummung größtenteils übernommen. Und ein neuer alter Volksverdummer will auch jetzt auch offiziell mitspielen, der Islam. Gute Nacht, Aufgeklärtes Europa!

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