Hanfhampeleien

Die angeblich geplante Legalisierung von Cannabis in der Medizin ist eine Luftblase, mehr nicht. Die Koalitionäre hatten sich darauf geeinigt, dass Cannabis- Arzneien zugelassen und von Ärzten verschrieben werden dürfen, wenn ein Pharmaunternehmen einen entsprechenden Antrag stellt. Es gibt jedoch bundesweit nur einen einzigen Antrag für ein derartiges Medikament, eines gegen Multiple Sklerose.

All die anderen Patienten, die unter neurologischen Störungen wie spastischen Krämpfen, Epilepsie, Tourettesyndrom oder Parkinson leiden, die wegen ihrer Chemotherapie schon lange nichts Essbares mehr hinuntergewürgt haben oder die von chronischen Schmerzen gequält werden, all diese Menschen gehen leer dabei aus.

Dieser Ansicht ist auch Franjo Grotenhermen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Cannabis als Medizin“ (ACM). Er spricht von einer Irreführung der Öffentlichkeit, für die betroffenen Patienten ändere sich gar nichts. Dabei gibt es die Firma THC- Pharm in Frankfurt, die bereits seit 1998 das THC-Präparat Dronabinol herstellt und auf ihrer Homepage über Anwendungsbereiche wie Schmerzen, Krämpfe oder Brechreiz bei Chemotherapie informiert.


Wir lagen träumend im Gras

…und der Rauch schmeckt bitter. Was Juliane Werding in den Siebzigern bereits besang ist heute Alltag. Damals hatte die Bundesregierung zur Hatze auf THC- Konsumenten geblasen und zahlreiche Grasdealer hochgenommen mit dem Erfolg, dass das freigewordene Terrain fast augenblicklich von gewissenlosen Heroinverkäufern übernommen worden war. Christiane F. verdankte ihr trauriges Schicksal zu einem großen Teil der propagandistischen Hatze gegen das vergleichsweise harmlose THC. Immer öfter hieß es damals: „Zum Rauchen ist gerade nichts da, aber ich hab hier mal was ganz Neues.“ So wurde dank Politik, Polizei und Justiz die Ekeldroge Heroin überhaupt erst gesellschaftsfähig gemacht. Heutzutage blamiert sich eigentlich jeder, der noch zum Sturm auf die langhaarigen, stinkenden Haschischfreaks bläst. Beweist er doch nur einmal mehr, dass er unaufgeklärt und rückständig ist.

Stattdessen besinnt man seit etwa 20 Jahren wieder mehr auf die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Jahrtausende alten Kulturpflanze. Und derer sind viele, fast glaubt man sich im therapeutischen Garten Eden, wenn man die vielen Leiden sieht, die das Kraut lindert. Auch wenn die Hanfpflanze nicht heilt, so hilft sie doch und das ist viel wert, besonders in der Palliativmedizin, in der es vor allem darum geht, unerträgliche Schmerzzustände bei unheilbar kranken Patienten zu bekämpfen.


Längst hat die deutsche Rentnerschwemme die holländischen Coffee Shops erreicht. Auch alte Menschen möchten gerne noch etwas Schönes erleben. Das geht am besten in schmerzfreiem Zustand und ohne Angst vor Strafverfolgung. Wohlgemerkt, der Konsum an sich ist in Deurtschland straffrei. Wer jedoch das Knallgras erwirbt, der unterstützt damit den verbotenen Handel mit der Pflanze und macht sich damit selber strafbar. Auch haben viele Patienten große Probleme damit, dass Kraut zu rauchen und dabei auch noch Teer und einen bislang nicht genau bezifferten Giftcocktail aus den Verbrennungsvorgängen zu inhalieren. Viel zuwenig hat sich der Vaporizer in diesen Schichten etablieren können, der das Kraut nicht verbrennt, sondern lediglich dessen Wirkstoff verdampft. Dadurch kann dieser ohne weitere Gesundheitsschädigungen auch von Opa Hermann inhaliert werden.


Ein Kilogramm THC für 50 000 Euro

Pro Jahr werden ca. 20 kg auf THC-basierender Schmerzmittel legal produziert. Benötigt werde wenigstens eine Tonne, weiß Prof. Oliver Kayser von den TU Dortmund. Bisher jedoch kostet ein Kilogramm medizinales THC, das zudem in dem Ruch steht, gerade wegen seiner Reinheit erhebliche Nebenwirkungen zu erzeugen, etwa 50 000 Euro. Daher hat der Wissenschaftler gemeinsam mit einem Forscherteam einen Weg gefunden, das begehrte Präparat billiger zu produzieren. Er lässt es durch gentechnisch veränderte Kolibakterien synthetisieren. Die Darmkeime drücken den Preis des Schmerzmittels nun auf 2500 Euro pro Kilogramm. Auch gelangt die klassische Bezeichung Shit nun durch die produktiven Fäkalkeime wieder zu neuer Bedeutung.

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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