Freiöl für alle

Blutige Partner

Sinn und Nutzen jeder sozialen Marktwirtschaft ist es, möglichst viele Menschen an den Vorzügen und Gewinnen segensreicher Industrieprojekte teilhaben zu lassen. BP hat nun den ersten Schritt in die richtige Richtung getan und lässt Millionen mittelloser Mexikaner an ihrem Ölreichtum teilhaben. Seit Mitte April hat die Firma etwa 630 Mio. Liter bestes Erdöl der mexikanischen Bevölkerung kostenlos zur Verfügung gestellt, weitere 10 Milliarden Liter sollen in den nächsten zwei bis vier Jahren folgen.

Etwa 110 Mio. Mexikaner haben nun die Gelegenheit, mit Eimern und Schaufeln zum Nulltarif ihren Ölbedarf für die nächsten zehn Jahre zu decken. Und nicht nur die Hombres hat BP großzügig bedacht. Auch Florida und South Carolina sollen und werden ihren Anteil noch bekommen und dank des Golfstroms müssen auch England und die skandinavischen Länder nicht fürchten, zu kurz zu kommen. BP ist damit ein gewaltiger Schritt hin zur globalen Völkerverständigung gelungen. Wir gratulieren.

Das gute Beispiel macht inzwischen Schule

30 m hohe Ölfontäne

So hat sich die US- Küstenwache dem nützlichen Trend zur kostenlosen Ölfreigabe angeschlossen und sich beherzt ins Geschehen eingebracht. Direkt vor der Küste Louisianas rammte sie am 27. Juli mit einem ihrer Boote eine bereits 2008 stillgelegte Bohranlage in der Barataria Bucht, ca. 100 Km südlich von New Orleans. Der Coup gelang auf Anhieb und aus dem, zu neuem Leben erwachten Bohrgestänge der Firma Cedyco, schoss spontan eine erneute Ölfontaine etwa 30 Meter hoch in die Luft. Was auf dem Bild wie eine Flamme aussieht, ist in Wirklichkeit die hoch aufschießende, braunrote Ölfontaine. Damit sind auch Louisianas Energieprobleme bis auf weiteres gelöst.

Kostenloses Öl auch im Inland

Warnschild Ölpest

Was Wunder also, dass auch andere Staaten sich dem fruchtbaren Gedanken anschließen. So zum Beispiel der US- Staat Michigan. Da Boote der US-Küstenwache dort eher spärlich vertreten sind, entschieden sich die Verantwortlichen der Region zwischen dem Staat Illinois und Ontario/Kanada für eine andere Vorgehensweise und perforierten am 26. Juli eine Pipeline des kanadischen Betreibers Enbridge Energy Partners aus Calgary. Auch hier war der Erfolg überwältigend. Aus dem Leck der zerborstenen Pipeline schossen in kürzester Zeit mehr als 3 Mio. Liter Öl in den Fluss Kalamazoo, der das wertvolle Gut kostengünstig über den Morowsee bis hin zum Michigansee transportiert.

Wo einem soviel Gutes wird beschert

Ölplattform vor Hurghada

dachten sich vermutlich die Ägypter und beschlossen bereits am 20. Juni, ihrem amerikanischen Vorbild nach zu eifern. Die optimalen Bedingungen für einen Einsatz bot sich den freiwilligen Helfern im roten Meer vor der Küste Hurghadas. Das Leck in der dortigen Bohrplattform bei El Guana setzte binnen kurzem genügend Rohöl frei, um die Strände von El Guana sowie Küstenabschnitte nördlich von Hughada auf einer Länge von insgesamt 160 Kilometern mit dem kostbaren Schwarz zu versorgen. Die Küstenbewohner dort können ihr Glück noch nicht fassen. Endlich sind sie nicht mehr auf lästige Touristen angewiesen und können ihren Lebensbedarf künftig direkt aus dem Meer schöpfen. Der Spender, eine Betreibergesellschaft aus Suez, zeichnet sich durch Bescheidenheit aus und möchte gerne anonym bleiben.

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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4 Antworten zu Freiöl für alle

  1. jojo schreibt:

    Schöner Ansatz. Ob das auch mit Erdgas geht

  2. WiKa schreibt:

    Da wäre ich aber vorsichtig. so spendabel sind die Amis nicht immer. Da sind Überlegungen im Gange den Golf von Mexiko abzudeichen, damit die Feinde des Imperiums eben nicht kostenlos mit dem schwarzen Gold über den Golfstrom versorgt werden. Der wird parallel auch abgeschaltet, um jegliche Abflüsse zu verhindern.

    http://qpress.de/2010/07/09/wende-bei-der-olpest-im-golf/

    • denkbonus schreibt:

      Auch sehr schön, danke für den Link🙂

      • denkbonus schreibt:

        Kommentar von WiKa, seltsamerweise nicht erschienen obwohl genehmigt. Daher auf diesem Wege – sorry

        Und ich dachte immer BP stünde für „British Punisher“! Man sollte dem Konzern aber zugute halten, dass er sich parallel zu seinen Anstrengungen beim Geld verdienen noch um den Weltfrieden bemüht. Ist vielleicht nicht so richtig durchgedrungen bei dem irren Nachrichtensalat, aber die Neugestaltung des „Toten Meer“ vor der amerikanischen Küste kann man als Umzugsvorbereitung für den Staat Israel interpretieren.

        http://qpress.de/2010/07/18/israel-und-die-umsiedlung-mit-bp/

        Von daher sollte man bei BP immer gute Absichten unterstellen … wenigstens solange, bis man selber grün im Gesicht angelaufen ist.

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