Von ärztlicher Kunst und Ethik

Ungefähr bis 2004 wurden weltweit ungefähr 4000 Menschen zum Forschungsgegenstand von Medizinern, die sich anhand der Gentherapie den ganz großen Wurf erhofft hatten. Ziel der Forscher war es, beim Menschen defekte Gene durch gesunde Gene zu ersetzen, um  Therapieerfolge und auch Riesengewinne zu erzielen.
Bislang konnte noch kein Mensch nachweisbar durch eine solche Gentherapie geheilt werden. Todesfälle im Zuge der Forschungen sind indessen belegt. Deutlich wird dies am Beispiel von Jesse Gelsinger aus Tucson, Arizona. Der 18jährige litt unter einem seltenen Gendefekt der Leber. Bei falscher Ernährung stiegen daher die Ammoniakwerte in seinem Blut um das Fünffache. Dadurch wurde ihm übel und er bekam Bauchschmerzen, konnte sogar bewusstlos werden.  Mit den entsprechenden Medikamenten und einer speziellen Diät hingegen, konnte Jesse Gelsinger vergleichsweise beschwerdefrei leben.Dass er sich zu einer Behandlung bei dem Gentherapeuten James Wilson in Philadelphia entschloss,
mag daran gelegen haben, dass dieser damals als führender Experte auf diesem Gebiet galt. Er hatte sogar ein eigenes Forschungszentrum für Gentherapie gegründet. Seiner Vorstellung zufolge sollten die hilfreichen Gene durch Viren in die Wirtszellen eingeschleust werden, um dann dort das defekte Gen zu ersetzen und dessen Arbeit aufzunehmen.
Am 13. September 1999 wurden  Jesse Gelsinger Milliarden von Viren gespritzt, die als Fähren für die Austauschgene dienen sollten.

Kurz darauf verschlechterte sich der Zustand des Jungen dramatisch. Sein Immunsystem war nicht in der Lage, dem Ansturm dieser riesigen Virenzahl zu widerstehen. Er fiel ins Koma. Seine Organe versagten und seine Blutgerinnung kam zum Erliegen. 4 Tage nach dem Versuch starb er.
Wie die anschließende Aufklärung des Todesfalles ergab, hatte der behandelnde Arzt James Wilson etliche Auflagen zum Patientenschutz missachtet. Die Zahl der Vorversuche war ungenügend und Ergebnisse dieser Versuche, die ihm nicht ins Bild passten, hatte er einfach unterschlagen. Sämtliche Affen, denen er im Vorfeld denselben Viren- Gencocktail verabreicht hatte, waren kurz darauf daran gestorben. Auch hatte er mehr als 800 Nebenwirkungen unterschlagen, die im Vorfeld seiner Forschungen entdeckt worden waren.
Jesse Gelsinger starb als Opfer unkontrollierter Forschungswut und verantwortungslosen Gewinnstrebens durch Mediziner.
Quellen:
W.Bartens- Das neue Lexikon der Medizin- Irrtümer (Piper 2008) München
W.Bartens- Die Tyrannei der Gene- München 1999
Dettweiler U.- Simon P.- Points to consider for ethics commitees in human gene therapie trials, Bioethics 2001;15:491-500

Über denkbonus

Politischer und religiöser Freidenker | Grobstofflich | Wer sein Bewußtsein erweitern will, muss zuerst welches besitzen
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