Der soziologische Nasenring

Depressionen als Werkzeug zur Sozialkontrolle

Gefangen im Ich durch innere EmigrationDie meisten Menschen unserer Gesellschaft sind in einem permanenten, absichtlich hervorgerufenen Schockzustand, der, solange weder Therapie noch Erkenntniszuwachs erfolgen, sich ausdrückt in Apathie, Ignoranz und Gefühlen von Hilflosigkeit – kurz gesagt in depressiver Verstimmung.


Wie kann es sein, dass eine ganze Bevölkerung in Resignation, Lethargie und Angst verharrt, während ihr von einer skrupellosen Elite der soziale Untergang aufoktroyiert wird? Wie ist es möglich, dass einem Volk von der eigenen Regierung der Krieg erklärt, es seiner kompletten Ressourcen beraubt wird, und niemand lehnt sich auf dagegen? Alle sind sich einig: Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte. Und dennoch verhält sich alles ruhig, keiner protestiert laustark, die Straßen bleiben leer. Ein Phänomen, dass durchaus einer sozialwissenschaftlichen Betrachtung würdig erscheint. Eine mögliche Erklärung für dieses Verhalten liefert uns Jennifer J. Freyd, die als Professorin für Psychologie an der Universität von Oregon lehrt. Um sich dem Thema anzunähern, formte sie den Begriff des Betrugstraumas (betrayal trauma), auch als Verratstrauma bezeichnet. Sie publizierte diese Theorie erstmals in einem Vortrag unter der Überschrift:

„Die Unterdrückung von Erinnerungen, Verwirrtheitszuständen, und anderer kognitiver Prozesse, die involviert sind in die Wiederholung von Kindheitstraumata bei Erwachsenen.“

Die Theorie dahinter:
Der, durch die Entdeckung eines Betruges hervorgerufene seelische Schmerz führt unter normalen Bedingung zu einer Veränderung sozialer Allianzen. Anders ausgedrückt- Wenn mich jemand bescheißt, gehe ich nicht mehr hin. Stattdessen meide die Person und die Gefahr, die von ihr ausgeht. Wenn die betrügende Person hingegen jemand ist, mit dem wir den sozialen Umgang zwingend fortsetzen müssen, dann treten in unserer Psyche spezielle Verdrängungsmechanismen in Gang, die unser Verhalten und Erinnern beeinflussen.

Wenn beispielsweise ein Kind von einem Elternteil betrogen wird, dann ist es von essentieller Wichtigkeit für das Kind, den Kontakt zum verletzenden Elternteil nicht abzubrechen, sondern vielmehr auch künftig um dessen Zuneigung zu buhlen. Dies gelingt dem Kind nur, indem es mithilfe mentaler Verdrängungsmechanismen die Verarbeitung des Erlebten blockiert. Die Folgen sind: Apathie, Ignoranz, Antriebsschwäche und Hilflosigkeit – kurzum Depression verbunden mit der Unfähigkeit, die Missstände durch zielgerichtetes Handeln zu ändern.

Dieser Gedanke lässt sich eins zu eins anwenden auf die Welt der Erwachsenen. Wie Kinder sind auch sie schlimmstenfalls darauf angewiesen, die Betrüger weiterhin zur Zuneigung zu ermutigen. Nur sind in diesem Falle die Betrüger, von denen wir abhängig sind, u.a. Regierungsvertreter, Gewerkschaften, Arbeitgeber und ein großer Teil der Medien. Dies führt in der Folge zu freiwilligem Lohnverzicht und der regelmäßigen Regierungsüberantwortung an Personen, von denen wir genau wissen, dass sie uns nicht freundlich gesonnen sind.

Ursprünge einer perfiden Technik

Der Ursprung dieser Idee stammt von Willi Münzenberg (1889- 1949), dem seinerzeit bekanntesten Propagandawissenschaftler, der bereits Goebbels ausgebildet hatte. Die Technik der Soziakontrolle durch gezielte Traumatisierung der Bevölkerung entstammt dem sogenannten „Inner-directional Long Range Penetration Conditioning“ zu deutsch „nach innen gerichtete, über große Entfernungen wirkende, Konditionierung durch Langzeit-Bearbeitung“. Zu dieser Konditionierung zählt auch die Technik, der Bevölkerung Schocks zu verabreichen, indem man Anschläge auf sie über die Presse an die Öffentlichkeit lanciert. Die Folgen sind gewünscht, ein missbrauchtes, traumatisiertes Volk wehrt sich genauso wenig gegen seine Peiniger wie ein traumatisiertes Kind.

Mittlerweile gehören Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland. Etwa 15 Prozent aller Deutschen leiden, zumindest gelegentlich, unter Depressionen. Während es in den Siebzigern noch Hunderttausende auf die Straße zog um gegen den Natodoppelbeschluss und Pershings, Brockdorf und Startbahn West zu demonstrieren, bleibt es heute gespenstisch still, während völlig offen und unverfroren die größte sozialpolitische Schweinerei seit Entstehung der Bundesrepublik betrieben wird. Allenfalls noch ein mattes Zucken durchläuft den Körper eines einstmals glücklichen Volkes, das mit Niedertracht und Machtgier schon wieder zugrunde gerichtet wird.

Weiterführende Informationen findet Ihr unter:

Über denkbonus

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4 Antworten zu Der soziologische Nasenring

  1. lazarus09 schreibt:

    Die Strukturen sind seit Jahrtausenden die selben .. divide et impera. Nur Mittel wandeln sich .

  2. Axel Wartburg schreibt:

    Vielen dank, für den schlüssigen Rückschluss!

    Wie sag ich immer mal wieder:
    „Wir erleben weiterhin die Strukturen des NS-Regimes. Doch sind sie inzwischen weitaus perfider, da subtiler, entwickelt.“

    Herzliche Grüße

  3. epikur schreibt:

    Meine Theorie dazu ist, dass die Menschen unsere derzeitige neoliberale Ideologie derart verinnerlicht haben, sodass sie nicht mehr aufbegehren. Die Gesellschaft wird überall gespaltet (Teile und Herrsche): Lohnarbeiter schimpfen auf Arbeitslose, Feministinnen auf Männer, Deutsche auf Ausländer, Reiche auf Arme usw.

    Die Medien tun ihr übriges, um die Menschen bei der Stange zu halten. Ökonomische Verwurstung, Geldgeilheit, Egoismus, Eigennutz und Ohnmacht sind angesagt. Unter diesen Vorrausetzungen kann man keine Massen mobilisieren. Auch wenn es mehr als überfällig wäre.

    • Dreykant schreibt:

      Hallo Epikur,

      da hast Du sicherlich recht. Solange jeder gegen jeden ficht, scheint für den lachenden Dritten die Sonne. Allerdings gehen langsam aber sicher die Ressourcen zur Neige. Und es gibt nichts, was die Menschen mehr eint, als Hunger.

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