Blut? Sperma? Schnaps? Die schmutzigen Hände des Walter Mixa

Eine Hand wäscht die andere, so heißt es jedenfalls. Manchmal jedoch, kann eine Hand die andere auch beschmutzen, wie der Fall des ehemaligen Augsburger Bischofs beweist.

Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus) wurde 2006 zur Giftpflanze des Jahres gewählt

Ein reines Herz, aber schmutzige Hände

Der Fall Mixa zeigt einmal mehr, über welch enormen politischen und finanziellen Einfluss die Kirchenfürsten auch heute noch verfügen. Im Falle eines Bischofs lässt sich das wohl noch am ehesten mit dem Einfluss eines Ministerpräsidenten vergleichen. Eine Machtfülle, die leicht zu Kopf steigen kann, wie sich jetzt umso deutlicher am Beispiel des geschassten Exbischofs darstellt. Ins Amt zurück wollte er sich klagen mit der Begründung, er sei unter massivem Druck zur Unterschrift unter seinem Rücktrittsgesuch gezwungen worden. Wie ein Fegefeuer habe er dies alles erlebt, so der Ärmste. Also zog er just erneut ein in sein ehemaliges Bischofspalais in Augsburg.

Seine Kollegen haben jetzt offenbar die Nase gestrichen voll von ihrem ehemaligen Chefhirten und legen gründlich nach. Auf einmal ist er wieder da, steht unwidersprochen im Raum und birgt dabei enorme Sprengkraft, der Vorwurf des sexuellen Missbrauchs. Also haben sie es doch alle gewusst, und wieder mal geschwiegen. Der Hauptgrund, aus dem der Papst Mixas Rücktrittsersuchen so schnell entsprochen habe, seien tatsächlich ungeklärte Fälle sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlenen. In insgesamt zwei Fällen soll Mixa sich sexuell an Jungen vergangen haben. Zudem sei er Spiegelalkoholiker und müsse den ganzen Tag über seinen Pegel aufrecht erhalten. So wurde es jetzt zumindest aus Kirchenkreisen an die Öffentlichkeit lanciert.

Was denken die sich eigentlich, uns einen derart ungeeigneten, charakterschwachen und offenbar auch skrupellosen Menschen als Bischof vorzusetzen?

Wie soll ein vernünftiger Mensch jemals wieder einem Priester die Hand geben können, wenn er nicht weiß, was da alles dran klebt? Blut, Sperma oder Schnaps. Sicherlich gibt es auch anständige Männer der Kirche, die jetzt zu Unrecht mitgebasht werden. Aber wie viele mögen das wohl sein? Die Dunkelziffer erscheint eher niedrig. Dass Mixa jetzt endgültig demontiert wird, liegt weniger daran, das er gegen Marx und Zollitsch geschossen hat. Es sind vielmehr Imagegründe, die die Augburger Diozöse zu diesem Radikalschritt getrieben haben. Noch mehr Kirchenaustritte, noch höheren Ansehensverlusst will die Kirche dort nicht länger hinnehmen müssen. Zu groß ist der Schaden, den der egomanische Gottesanbeter den Augsburger Gewandträgern hinterlassen hat. Da riskiert man sogar lieber einen erneuten Imageverlusst, indem man offen zugibt, umfangreich Bescheid gewusst zu haben vom kriminellen Treiben Mixas. Eine wahrhaft bigotte Haltung. War kriminelle Energie doch schon immer der Zement, der die Steine einer unmenschlichen Kirche zusammengehalten hat, einer Kirche, die nach wie vor glaubt, die Zügel weltweiter Religionsgewalt in den Händen zu halten. Was sie zweifellos auch tut – das ist das Problem.


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2 Antworten zu Blut? Sperma? Schnaps? Die schmutzigen Hände des Walter Mixa

  1. Dreykant schreibt:

    Ganz so hart wollte ichs nicht sagen, aber daran gedacht hatte ich auch schon. Immerhin ist er ehemaliger Weihbischof–> die Anfangsbuchstaben vertauscht wird daraus ein Maibischof W…, schließlich hat er auch im Mai seinen Job verloren. Danke für den Kommentar😉

  2. Inschipu schreibt:

    Hi Dreykant, schöner Artikel über unseren Exmixa. Wenn man das M in seinem Nachnamen auf den Kopf stellt, dann wir daraus ein W 🙂

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