Natur gegen Schweinegrippe

Das heimliche Sterben

Jedes Jahr sterben in Deutschland zwischen acht und elftausend Menschen an den Folgen einer Grippe. Während jedoch die Forschung verzweifelt nach neuen wirksamen Impfstoffen fahndet ist das Virus den Wissenschaftlern stets einen Schritt voraus, indem es ständig seine Gestalt ändert und dadurch neu entwickelte Wirkstoffe immer schon nach kurzer Zeit ins Leere laufen lässt. Nun jedoch scheint es, als seien die Forscher einer neuen, pflanzlichen Wirkstoffgruppe auf die Spur gekommen, die das Blatt zu unseren Gunsten wenden könnte.

Hilft Natur gegen Grippeviren? Vielleicht sogar gegen das neue Schweinegrippevirus? Eindeutige Beweise gibt es dafür bislang noch nicht. Aber es wird vermutet und daher wird derzeit eifrig daran geforscht, natürlich vorkommende Wirkstoffe zu identifizieren, vor allem in Pflanzen. Dabei machen sich Wissenschaftler den Umstand zunutze, dass Pflanzen dieselben mikrobiellen Feinde haben wie auch wir Menschen, nämlich Viren, Bakterien und Pilze. Nur mit dem Unterschied, dass sich deren Immunabwehr erheblich von der unsrigen unterscheidet. Während das menschliche Immunsystem mit einem ganzen Heer an spezifischen Abwehrzellen präzise Gegenschläge durchführt, verlassen sich Pflanzen auf selbst produzierten Wirkstoffe, die im besten Fall alles vernichten, was ihnen gefährlich zu werden droht. Und genau diese phytotherapeutischen Wirkstoffe sind es, die derzeit Forschern aus aller Welt zunehmend ins Blickfeld rücken.

Polyphenole, wertvolle Helfer aus dem Pflanzenreich

So auch Prof. Stephan Ludwig vom Institut für Molekulare Virologie der Uni Münster. Er forscht derzeit an der Zistrose (Cystus incanus). Diese Pflanze ist besonders interessant wegen ihres hohen Gehalts an sogenannten Polyphenolen. Das sind Antioxidantien, die vor allem die Vermehrung von Viren verhindern. Polyphenole haben die Fähigkeit, Proteine zu verklumpen. Die Oberfläche eines Virus ist bestückt mit Rezeptoren auf Proteinbasis, die er benötigt, um in Wirtszellen eindringen zu können. Wenn jedoch Polyphenole an die für das Eindringen notwendigen Oberflächenrezeptoren der Viren andocken, gelangen die Viren nicht mehr in die Zelle hinein und können sich damit auch nicht mehr vermehren. Ein Versuch mit dem Vogelgrippe-Stamm H7N7 sowie mit dem Human-Influenza-Stamm H1N1 ergab, dass eine Wirkstoffkonzentration von 20 bis 50 μg/ml genügt, um die Virenkonzentration in der Nährlösung um zwei Zehnerpotenzen zu reduzieren.
„In Aufnahmen mit Fluoreszenz-Mikroskopen konnte man sehen,“ so Ludwig, “dass Viren offenbar auf den Zelloberflächen sitzen und nicht reinkommen“. Der Extrakt ist in Deutschland als Cystus® rezeptfrei erhältlich, sollte jedoch nicht ohne vorherige ärztliche Beratung genommen werden.

Mit Rotwein gegen Grippeviren

Eine ähnliche Wirkung zeigt das sogenannte Resveratrol, ebenfalls ein Polyphenol, das unter anderem in der Haut roter Weintrauben vorkommt und somit in 1,5 bis drei prozentigem Anteil auch in Rotwein enthalten ist. Es konnte nachgewiesen werden, dass auch Resveratrol Viren der Gruppe A daran hindert, sich im Körper zu vermehren.
Forscher des italienischen Istituto Superiore di Sanità (ISS) haben demnach im »Journal of Infectious Diseases«  eine Studie publiziert, derzufolge Resveratrol eine antivirale Wirkung besitzt und auf natürliche Weise die Grippe bekämpft. „Wir konnten feststellen, dass Resveratrol beim Kontakt mit infizierten Zellen die Produktion eines Enzyms blockierte, das für die Weiterentwicklung und die Verbreitung des Grippevirus im Körper verantwortlich ist“, so der Leiter der Studie Enrico Garaci.

Einer anderen Pflanze verdankt der Hersteller von Tamiflu seinen Wirkstoff. Die Forscher der Firma Roche wurden fündig beim Japanischen Sternanis (Illicium anisatum), der auf japanisch „Shikimi-no-ki“ heißt. Der synthetische Bauplan von Tamiflu beruht demnach auf einem seiner Inhaltsstoffe, der Shikimisäure. Seit dieser Entdeckung soll sich, Berichten der China Daily zufolge, der Handelspreis für Sternanis innerhalb eines Monats angeblich verdoppelt haben. Wohl eher unwahrscheinlich, wenn man bedenkt, dass Shikimisäure giftig ist und in einem neunstufigen geheimgehaltenen Verfahren zu Tamiflu weiterentwickelt werden muss. Zudem beträgt die Ausbeute durch Sternanis nur 35 Prozent, weshalb die gewünschte Substanz schon längst durch gentechnisch veränderte Colibakterien hergestellt wird. So zumindest Prof. Ulrich Matern vom Institut für pharmazeutische Biologie der Uni Marburg zu diesem Thema.

Es ist anzunehmen, dass durch das Auftreten der neuen Schweinegrippe und der damit rasant gestiegenen Nachfrage nach Tamiflu, künftig mehr über Wirkstoffe gegen Grippeviren geforscht werden wird. Entgegen kommt den Wissenschaftlern dabei, dass Grippeviren sich im Grunde nur unwesentlich voneinander unterscheiden. So auch die Neue Grippe, denn so neu ist sie eigentlich gar nicht. Vielmehr ist sie ein alter Bekannter in neuem Gewand. Bekannt sind bis heute drei Gruppen von Grippeviren, nämlich die Typen A, B, und C. Während die Typen B und C fast ausschließlich beim Menschen zu finden sind, ist Typ A vor allem im Vogelreich verbreitet, kommt jedoch auch beim Menschen vor und findet sich mittlerweile sogar in Schweinen wieder, die das Virus dann von uns Menschen übernommen haben.
Unser neues H1N1 Virus gehört der Gruppe A an und ist, zumindest bislang, in keiner Weise gefährlicher als der Erreger einer ganz gewöhnlichen, saisonalen Wintergrippe. Allerdings sind Grippeviren insgesamt alles andere als harmlos, wenngleich sie auch nicht an hämorrhagische, also Blutzellen zerstörende Stämme wie Marburg oder Ebola heran reichen. Influenzaviren hingegen benötigen Gewebezellen zu ihrer Vermehrung. Sie zählen zu den Orthomyxoviren (griech.Myxa = Schleim) und haben es auf die Zellen unserer Atemwegsschleimhäute abgesehen.

Trojanische Pferde mit Proteinhülle

Da Grippeviren ihre Wirtszellen auflösen, spricht man auch von lytischen Viren. Dabei öffnen sie Tür und Tor für weitere Mikroben, die nun mühelos die vorgeschädigten Schleimhäute durchdringen können. Darunter nicht selten auch sogenannte Rhabdomyoviren, muskelräuberische Viren, die unseren Muskelzellen zu Leibe rücken. Wenn man daher bei einer echten Influenza das Gefühl hat, alle Knochen täten weh, dann sind es in Wirklichkeit die viral maltraitierten Muskelfasern, von denen der Schmerz herrührt. Problematischerweise besteht auch unser Herz aus Muskelfasern, einer der Gründe, warum vor allem Menschen mit vorgeschädigtem Herzen immer wieder einem Co- Infekt infolge einer Influenza erliegen.
Eine weitere Gefahr bilden Bakterien, die auf dem selben Wege in den schutzlosen Atemtrakt gelangen und dort zu eine gefährlichen Lungenentzündung führen können. Darüber hinaus zwingen Grippeviren wie das der Vogelgrippe immer wieder zu Massenschlachtungen und dezimieren so indirekt die Nahrungsgrundlage vieler Menschen.

Dennoch haben gerade wir Europäer gute Chancen, eine Grippeinfektion zu überstehen. Einer der Gründe dafür ist unsere geographische Lage. Da Mitteleuropa einst ein Schmelztiegel der Völkerwanderungen war, haben sich hier auch besonders viele unterschiedliche Immunkompetenzen genetisch miteinander vermischt und unser Immunsystem hervorragend gegen Infektionen aufgerüstet. Das Gegenteil davon lässt sich im Dschungel des Amazonas beobachten. Die dortigen Ureinwohner haben wegen des dichten Dschungels nur wenig Kontakt zu anderen Stämmen. Durch dieses Inseldasein sind sie entsprechend anfällig für Infektionskrankheiten aller Art, da ihre Immunabwehr über nur wenige Referenzen verfügt. Immer wieder sterben indigene Ureinwohner an der Grippe oder den Masern, weil ihr Immunsystem diesen Viren einfach nichts entgegenzusetzen hat. Dies gilt augenscheinlich auch für deren Heilwissen.

Ätherische Öle – Grippemittel aus der Naturapotheke

Hier hingegen sind eine ganze Reihe antiviraler Wirkstoffe bekannt, und ihnen allen ist gemeinsam, dass sie letztendlich natürlichen Ursprungs sind. Ätherische Öle sind Duftstoffe, die in vielen Pflanzen vorkommen. Sie sind von solch winzig kleiner Molekülstruktur, dass sie sogar mühelos in unsere Zellzwischenräume eindringen können, um dort Viren zu bekämpfen. Dazu muss man wissen, dass keine unserer Zellen eine ihrer Nachbarzellen direkt berührt. Vielmehr sind all unsere Zellen durch winzige Abstandshalter miteinander verbunden und der daraus resultierende Zwischenraum, der Interzellularraum, ist der Schauplatz, an dem die Schlacht zwischen ätherischen Ölen und Viren ausgefochten wird. Eines der bekanntesten davon ist das des

  • Knoblauchs. Es galt seit jeher als äußerst hilfreich gegen Erkältungskrankheiten.
  • Teebaum (Melaleuca alternifolia), soll nicht nur Viren bekämpfen, sondern auch das Immunsystem anregen.
  • Gewürznelke (Syzygium aromaticum), bekannt wegen ihrer schmerzstillenden Eigenschaften und ebenfalls von antiviraler Wirkung.
  • Thymian vom Chemotyp Thymol- Tujanol- 4, der gegen Grippeviren der Gruppe A wirksam sein soll.
  • Weitere, als antiviral geltende ätherische Öle sind Eukalyptus, Bergamotte und Melisse. Letztere ist wirksam gegen Herpesviren.

Bedauerlicherweise gibt es bis heute kaum verlässlichen Studien, die all dies belegen könnten. Die evidenzbasierte Schulmedizin, die sich auf Basis stichhaltiger Beweisführung gründet, rümpft nicht selten die Nase, wenn sie derart anekdotenhaftes erfährt.
Tatsache ist: Klare Definitionen in der Naturheilkunde fehlen bis heute, genauso wie eine bundesweit einheitliche Ausbildung. Auch eindeutige Richtlinien und Qualitätskriterien zur Anwendung von Naturheilverfahren sind bislang nicht erstellt worden.

Naturheilkunde auf dem Weg in den Hörsaal

Dennoch ziehen immer mehr Patienten die als sanft gepriesene Naturheilkunde den eher pragmatischen Methoden der Schulmedizin vor. Und auch Mediziner integrieren naturheilkundliche Anwendungen zusehends in ihr Studium. Mittlerweile gibt es an deutschen Universitäten unter den 36 humanmedizinischen Fakultäten auch drei Lehrstühle für Naturheilkunde. Einen in Berlin, einen in Ulm und den dritten davon hat Prof. Karin Kraft von der Universitätsklinik Rostock inne.

Sie hält Polyphenole wie Resveratrol und Carvacrol für ausgesprochen spannende Substanzen. Weniger spannend findet sie hingegen als sanfte Immunstimulanzien gepriesene Pflanzen wie den roten Sonnenhut Echinacea purpurea.
„Rechtzeitig zu Beginn einer Grippe und in angemessener Dosis eingenommen kann dadurch der Krankheitsverlauf um etwa eineinhalb Tage verkürzt werden“ so die Medizinerin.

Unsere Vorfahren in Europa und Übersee setzten freilich weniger auf Beweisführung als auf empirisches Wissen. Seit Jahrtausenden schon verwendeten sie Heilpflanzen dem Hörensagen nach. Leider wurde dabei auch viel Unsinn weitervererbt und die Lehre kann keineswegs als rein betrachtet werden. Zudem lässt sich nicht klar trennen, welche Wirkung tatsächlich von der Pflanze ausgeht und welche von dem Placeboeffekt, den der Stammesheiler, wenn auch unbewußt, so doch wirksam in seine Behandlung intergriert.
Dennoch steigt die Nachfrage nach dem Heilpflanzenwissen von Medizinmännern und Schamanen wieder, denn Pharmaunternehmen benötigen zunächst einmal empirisch tradiertes Wissen über Heilpflanzen, um überhaupt an die richtigen pflanzlichen Probanden gelangen zu können. Es wären einfach zu viele Stengel, Ranken, Lianen, Halme, Blüten, Blätter, Rinden, Wurzeln und Luftwurzeln, Früchte, Schalen und Samen, die untersucht werden müssten, ohne zu wissen worauf. Denn ein beträchtlicher Teil an heilwirksamen pflanzlichen Substanzen ist bis heute noch gar nicht identifiziert während gleichzeitig Millionen unentdeckter Arten von der Erde verschwinden.

Zahlen zur Influenza

  • Als die Spanische Grippe im Jahre 1918 ausbrach, starben in nur zwei Jahren weltweit an die zwanzig Millionen Menschen durch dieses Virus. Das sind durchschnittlich mehr als 27 000 Todesopfer pro Tag.
  • Auch heute erliegen in Deutschland laut Robert- Koch- Institut jährlich zwischen acht und elftausend Menschen den Folgen einer Grippeinfektion
  • Seit dem 5. August 2009 wurden in Deutschland 594 neue Fälle der Schweinegrippe gemeldet. Insgesamt wurden seit dem 29.4.2009 in Deutschland 9.213 Fälle bestätigt. (Stand: 7. August 2009) Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA)

Tipps zur Vorsorge

Bereits mit wenigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, drastisch reduzieren. Hier die wichtigsten Tipps zur Vermeidung und Weitergabe einer Ansteckung:

  • Vermeiden Sie während der alljährlichen Grippewellen möglichst größere Menschenansammlungen.
  • Waschen Sie Sich regelmäßig die Hände mit Seife. Lassen Sie die Seife dabei wenigsten eine halbe Minute auf die Hände einwirken. Gewöhnliche Seife genügt dafür völlig.
  • Achten Sie unterwegs darauf, Sich nicht mit den Fingern an Nase und Augen zu berühren. Wenn Grippeviren auf den Fingern Kontakt bekommen zu Augen- und Nasenschleimhäuten, kann dies bereits zu einer Ansteckung führen.
  • Reinigen Sie Oberflächen wie Tür- und Fenstergriffe, Telefone, Computertastatur und Mouse in Ihrer Wohnung und auch am Arbeitsplatz.
  • Härten Sie Sich ab durch wechselwarme Duschen, Kneippgüsse und gesunde, vitaminreiche Ernährung verbunden mit regelmäßigem Sport.
  • Vorsicht im Winter, wenn Salz gestreut wurde. Dadurch verflüssigt sich der Schnee und kühlt sich dabei gleichzeitig ab auf ungefähr minus fünfzehn Grad Celsius. Wenn einem minus fünfzehn Grad kaltes Wasser in die Schuhe sickert, ist eine Erkältung in der Regel unvermeidlich.
  • Auch wenn Sie Sich völlig wohl fühlen, kann es sein, dass Sie Sich angesteckt haben ohne bereits erkrankt zu sein. Dennoch scheiden Sie schon Erreger aus. Husten und niesen Sie daher möglichst nur in Einmaltaschentücher, jedoch nicht in Ihre Hände.
  • Und entsorgen Sie Ihre Taschentücher besser gleich in den Müll, so dass kein anderer sie berührt.
  • Im Falle einer Epidemie gilt: Mund zu Mund ist ungesund! Verzichten Sie daher während dieser Zeit möglichst auf Küsse und gemeinsame Getränke.

Warum mutieren Viren?

Bereits 1999 veröffentlichte das Robert- Koch- Institut im epidemiologischen Bulletin die Zusammenhänge, die Grippeviren so wandlungsfähig und Impfstoffe langfristig wirkungslos werden lassen. Sie werden unterteilt in Antigendrift und Antigenshift.
Antigene sind Oberflächenstrukturen auf der Membrane von Viren und Bakterien. Unser Immunsystem ließt sie im Falle eines Kontaktes wie ein Buch und merkt sie sich für künftige Begegnungen. Gerade Grippeviren haben jedoch die Fähigkeit, ihre Oberfläche ständig aufs Neue zu verändern. Damit schlagen sie nicht nur unserem Immunsystem, sondern auch neuen Impfstoffen immer wieder ein Schnippchen.

Antigendrift (auch Replacement)

Ein Influenzavirus definiert sich aus unterschiedlichen Gensegmenten, die frei miteinander kombinierbar sind. Für eine menschliche Zelle wäre eine derartige Vertauschung von Gensegmenten der sichere Tod. Das Influenzavirus hingegen überlebt dies problemlos und profitiert sogar noch von diesen Kopierfehlern. Denn da es sich nie exakt gleich reproduziert, kommt es im Virus zur Anhäufung sogenannter Punktmutationen mit dem Ergebnis einer veränderten Oberflächenstruktur, zum Beispiel durch die Oberflächenantigene Hämagglutinin (HA) und Neuraminidase (NA). Ein neues Influenzavirus mit neuer Oberfläche ist entstanden, an dem unser Immunsystem zunächst einmal erneut Maß nehmen muss, um es wirksam bekämpfen zu können. Da eine langanhaltende Immunität ein stets gleichförmiges Erscheinungsbild des Erregers voraussetzt, kann unsere körpereigene Immunabwehr sich nicht dauerhaft auf Grippeviren einstellen und es kommt regelmäßig zu alljährlichen Infektionswellen. Aber auch Impfstoffe verlieren so immer wieder ihre Wirksamkeit.

Antigenshift

Kommt es zur Doppelinfektion einer Zelle mit zwei durch Antigendrift genetisch verschiedenen Varianten, so können daraus zahlreiche unterschiedliche Mischviren entstehen, da die Eindringlinge ihre Gensegmente beliebig miteinander austauschen können. Sollte eines der neu entstandenen Viren die Fähigkeit besitzen, sich effektiv im Menschen zu vermehren, so sind einer erneuten weltumspannenden Epidemie Tür und Tor geöffnet. Auch tierische Infuenzaviren wie das der Vogel- oder Schweinegrippe passen sich auf diesem Weg an einen menschlichen Wirt an. Schweinegrippeviren sind allerdings in der Regel humanpathogene Menschenviren, die von diesen irgendwann auf das Schwein übertragen worden sind. Auch ursprünglich nur in Vögeln vorkommende Influenzaviren können auf diesem Wege letztlich bis in Schweine gelangen und sich dort etablieren, sich verändern und dann wieder auf Menschen übersiedeln.
Man nimmt an, dass das 1918 für die spanische Grippe verantwortliche Virus durch direkte Anpassung eines vom Vogel abstammenden Virus auf den Menschen entstanden ist.

Zur Frage wie es kommt, dass Viren ihre Wirte so häufig töten anstatt sie sich als Wirt möglichst lange zu erhalten ein Statement von Prof. Dr. med Herbert Pfister, Direktor des Instituts für Virologie am Klinikum der Universität zu Köln vom 17.08.2009

Die am besten an den Menschen angepaßten Viren, die uns und auch unsere weiteren Vorfahren bereits seit mehreren Millionen Jahren infizieren (Papillomviren, Herpesviren), schaden uns im Allgemeinen in der Tat so wenig wie möglich und sind außerordentlich weit verbreitet (Durchseuchung 80%-95%).
Im Gegensatz dazu führen besonders aggressive Viren (Vogelgrippe, SARS, Ebola) typischerweise nur zu lokal begrenzten Ausbrüchen mit hoher Mortalität. Die natürlichen Wirte für diese Viren sind wilde Wasservögel (Enten, Gänse) oder Fledermäuse, die wiederum kaum an Infektionen mit diesen Viren erkranken. Man kann also völlig zu Recht den Menschen als Fehlwirt für diese aggressiven Viren bezeichnen.

Über denkbonus

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